Zur Erklärung

„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht
auf das, was man hofft,
eine Überzeugung von Tatsachen,
die man nicht sieht.“

Hebräer 11,1

Im christlichen Glauben begründet sich diese Hoffnung niemals auf eigene Wünsche, sondern immer auf ein Wort Gottes. Nun fällt es uns Menschen in der heutigen säkularen Gesellschaft nicht mehr leicht, dieses Sprechen Gottes zu unseren Herzen wahrzunehmen, ja es ist uns recht fremd geworden. Bevor Sie nun ein Stück in unser Leben hineinschauen, wollen wir Ihnen kurz die theoretischen Grundlagen beschreiben, wie Gott mit uns Menschen kommuniziert.

Am allerwenigsten werden wir eine akustisch wahrnehmbare Stimme hören. Das macht die Sache so schwierig, aber auch interessant. Doch Gott hat viele Möglichkeiten, verständlich zu uns zu reden. Entweder stoßen wir beim Bibellesen auf Texte, die uns persönlich ansprechen und sehr bewegen. In manchen Situationen erinnert Gott uns an passende und wegweisende Bibeltexte, die wir im Gedächtnis haben. Gott kann auch durch andere Menschen zu uns sprechen und unsere Herzen bewegen, oder er spricht persönlich zu uns, indem er uns Gedanken in den Sinn gibt, die nicht aus uns selber stammen und die wir nicht so einfach wegwischen können. Wir können ihn sogar in der Natur entdecken und wertvolle Lektionen für uns daraus entnehmen. Am ehesten vernimmt man wahrscheinlich Gottes Stimme, wenn man bewusst und ehrlichen Herzens auf sein Gewissen achtet.

Wie auch immer, wir können immer anhand der Bibel überprüfen, ob das, was wir vernommen haben, mit den Grundsätzen und dem Wesen unseres Gottes übereinstimmt. Das scheint anfangs etwas schwierig zu sein, doch unser Gott weiß um unsere Verständnisschwierigkeiten und geht sehr geduldig mit uns um. Mit der Zeit werden wir dann immer geübter und sensibler für sein Reden werden.

Es ist eine ganz natürliche Tatsache: Jedes Mal, wenn Gott spricht, ist unser Glaube gefragt, der sich in unserem Handeln zeigt. Glaube ich, was Gott sagt? Nehme ich es wirklich als ein Wort von Gott an, egal wie unlieb oder seltsam es scheinen mag? Ist es für mich eine unumstößliche Tatsache?

Wenn wir uns unsicher sind, ob es wirklich Gott ist, der zu uns gesprochen hat, dann dürfen wir ihn gerne um Klarheit bitten, er lässt uns nicht im Ungewissen. Es gibt so viele Möglichkeiten, wie er uns klar macht, was er von uns möchte, dass wir sie nicht aufzählen können. Tatsache ist, wer ehrlichen Herzens nach einer Antwort sucht, wird sie auch bekommen – und nicht nur die Antwort, sondern dazu auch die Entschlossenheit, den Mut und die Freude, Vertrauen zu wagen und dem Wort Gottes zu folgen. Und das Ergebnis ist ein allezeit zuversichtliches Leben, was keineswegs langweilig, sondern sehr spannend ist.

Das konnten wir die letzten Jahre hautnah erfahren. Und weil wir so erstaunt darüber sind, wie glücklich und frei solch ein Leben im Vertrauen machen kann, schreiben wir dieses Büchlein. Falls Ihnen allerdings irgendwann beim Lesen der Gedanke kommt, wir seien etwas Besseres und wollen uns wichtig tun, dann dürfen Sie diesen Eindruck getrost vergessen. Wir sind uns zwar dessen bewusst, dass Gott uns auf sehr kuriosen Wegen geführt hat, dennoch sind wir in keiner Weise besser, sondern versuchen, wie so viele Menschen auch, aufrichtig und ehrlichen Herzens zu leben.

Wenn Sie nun die folgenden Kapitel lesen, seien Sie bitte nicht verwundert, wenn wir von der höflich-förmlichen Anrede in eine persönlichere wechseln. Das schmälert keineswegs die Achtung vor ihrer Person, sondern macht es uns leichter, uns zu öffnen und vertraut von dem zu reden, was uns im Innersten bewegt.

Sebastian und Daniela Reich

Im Sommer 2007