Mir geschehe, wie du gesagt hast

Wir wollen nun thematisch an das erste Kapitel anknüpfen. Denkt einmal kurz nach. Erinnert ihr euch noch, welche Aussage oder welcher Begriff uns bisher so wichtig war? Und welchen Bibeltext wollten wir uns einprägen?

Maria und der Engel Gabriel

Auf den folgenden Seiten möchte ich dieses Thema noch einmal aufgreifen und mit euch vertiefen, denn es ist von grundlegender Bedeutung. Und spätestens in den nächsten Kapiteln werden wir erkennen, wie weitreichend und tief es mit unserem Alltagsleben verknüpft ist.

Die zentrale Aussage des zweiten Kapitels finden wir im Lukasevangelium: Lukas 1,38. Das ist auch der nächste Merkvers:

 

„Siehe, ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe nach deinem Wort.“

Um die Bedeutung dieser Aussage voll erfassen zu können, lasst unsere Gedanken einmal in längst vergangene Zeiten wandern: Ein Engel Gottes besucht Maria, eine junge verlobte Frau, und kündigt ihr die Schwangerschaft mit dem Sohn Gottes an, der Mensch werden wollte. Wie überrascht muss Maria gewesen sein! Sie kannte all die Prophezeiungen und erwartete sehnlichst den versprochenen Erlöser, doch sollte wirklich sie, eine arme unscheinbare junge Frau, dieses besondere Kind empfangen? Kaum vorstellbar! Und doch hatte der Engel zu ihr gesprochen. War das alles Einbildung? Nein, die Tatsache war nicht von der Hand zu weisen: Hier stand ein himmlischer Bote vor ihr, und sie durfte ihm vertrauen. Sollte sie dieses Ehrerbieten des Himmels annehmen?

Da gab es nur ein Problem: sie war verlobt! Da ziemte es sich nicht, schwanger zu sein. Sie würde geächtet werden, unverstanden und verhasst. Und Joseph? Würde er die Geschichte mit dem Engel und dem göttlichen Kind glauben? Oder würde er sie auch verlassen? Wie schrecklich einsam würde sie dann sein! Aber sie brauchte ihn doch, irgendjemand musste sie und das Kind ja versorgen!

Fragen über Fragen, Probleme und Schwierigkeiten! All diese Gedanken mussten Maria durch den Kopf gegangen sein, als der himmlische Bote vor ihr stand. Scheu stellt sie eine, die grundlegendste Frage: „Wie soll das möglich sein, wenn ich von gar keinem Mann weiß?“ Die Antwort kann sie kaum fassen, doch drücken die letzten Worte auch ihre eigene tiefe Überzeugung aus: „Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.“ Ergriffen und überwältigt von der Gegenwart Gottes sagt sie die wunderschönen Worte, die wir soeben gelesen haben: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe nach deinem Wort!“

Maria entschied sich zu vertrauen. Ja, sie würde die Mutter Jesu werden, wenn Gott das für sie vorgesehen habe. Sie wollte sich Ihm ganz zur Verfügung stellen, damit Er Seine göttlichen Pläne in und mit ihr erfüllen konnte. War das nicht Hingabe? Gott segnete dieses Vertrauen und die Bereitschaft, Ihn gewähren zu lassen. Er schenkte ihr ermutigende und glückliche Monate im Hause ihrer Tante Elisabeth. Dort durfte sie sogar miterleben, wie der versprochene Prophet Johannes geboren wurde. Welch ein Segen!

Hingabe kann Probleme beinhalten

Trotz ihrer vorbildlichen Herzenseinstellung und Hingebungsbereitschaft verschonte Gott Maria nicht vor Problemen, aber Er half ihr hindurch. Als Joseph sie aufgrund ihrer unehelichen Schwangerschaft verlassen wollte, schickte Er wieder einen Engel, diesmal zu Joseph. Nun wird auch Joseph mit hineingenommen in das göttliche Handeln. Als ein von Herzen gottesfürchtiger Jude entschied auch er sich, der göttlichen Weisung zu folgen.

Sicherlich durchkreuzte die Tatsache der ungewöhnlichen Schwangerschaft all seine Wünsche und Pläne. Vielleicht empfand er es demütigend, eine Frau zu heiraten, die schon offensichtlich schwanger war, und das nicht einmal von ihm. Würden die Bürger Nazareths seine Unschuld glauben können? Oder würden sie das Vertrauen in ihn verlieren und er somit seine Kundschaft? Andererseits beflügelte ihn vielleicht die Vorstellung, wie ein Vater für den Gottessohn sorgen zu dürfen. Was auch immer in ihm vorgegangen ist, seine Entscheidung bewies Vertrauen – Vertrauen in Gottes Wege – und die Bereitschaft, sich führen und gebrauchen zu lassen.

Joseph und Maria, zwei sehr armen Menschen, wird der Gottessohn anvertraut. So überwältigend diese Tatsache auch ist, ist nach außen hin nichts davon erkennbar. Armut, Mühe und Gottvertrauen prägen diese Zeit. Da gab es keine Vorsorgeuntersuchungen der werdenden Mutter, keine staatlichen Hilfen, die für das Lebensnotwendigste und die Sicherheit des Neugeborenen aufkamen, und ihr Heim in Nazareth entsprach auch nicht dem üblichen Komfort.

Wie gut hatte ich es doch, als ich mit unseren drei Kindern schwanger war! Als ich beim Ersten kurz vor der Geburt meine Selbstständigkeit aufgeben musste und mein Mann noch nichts verdienen konnte, gab es Hilfe vom Sozialamt. Bald darauf verdiente Sebastian gut, und wir hatten alles, was wir brauchten. Für alles war vorgesorgt. Nicht so bei Joseph und Maria! Da beschleicht mich langsam die Frage, ob ich auch so vertraut hätte?

Vertrauen wird gezeugt

Wir sehen, Nachfolge Jesu hat sehr viel mit Vertrauen zu tun. Vertrauen ist ein Aspekt der Hingabe. Denn ohne Vertrauen, keine Hingabe. Vertrauen ist nun aber keine Sache, über die wir verfügen können, die einfach da ist. Wir können sie auch nicht produzieren, noch beschenkt uns Gott zentnerweise damit.

Es ähnelt vielmehr der Entstehung eines Babys: Ein Kind wird gezeugt, wenn Same in ein vorbereitetes Ei eindringt und beide so miteinander verschmelzen, dass sie eine komplette Einheit bilden. Kann man davon etwas sehen? Kann man es spüren und fühlen? Nein, es geschieht im Verborgenen. Und so winzig diese Zelle auch ist, sie besitzt eine unwahrscheinliche Energie! Irgendwann bemerkt man ihr Wachstum, das nie aufhören will.

So kann man sich das vielleicht mit dem Vertrauen vorstellen. Als Gott den Menschen erschuf, legte Er in sein Herz die Grundvoraussetzungen, die Vertrauen möglich machen. Jedem Menschen pflanzte Er sie tief ein. Und dann überschüttet Er uns im Laufe unseres Lebens immer wieder mit kleinen, manchmal winzigsten Liebesbeweisen und möchte unser Vertrauen entfachen. Ob nun Vertrauen gezeugt wird, liegt an unserer Empfänglichkeit, an unserer Bereitschaft. Aber bei der Vielzahl Seiner Liebesbeweise muss man schon entschieden verhüten, um nicht von Seiner Liebe ergriffen zu werden. Doch wenn man einmal ergriffen wurde, und das kann ganz im Verborgenem, nicht wahrnehmbar, geschehen, dann ist Energie da, die Wachstum zur Folge hat. Vertrauen wächst.

Maria: Vertrauen trotz Risiko

Doch gehen wir zurück zu Joseph und Maria. Die Zeit der Geburt rückte immer näher. Da wurde eine Volkszählung verordnet. Auch das noch! Als wenn die nahe bevorstehende Geburt nicht schon genug Aufregung und Risiko in sich barg, mussten Joseph und Maria nun eine etwa 120 Kilometer lange Wanderung übers Gebirge auf sich nehmen! Allein der Gedanke daran muss für die hochschwangere Maria sehr beängstigend gewesen sein. Ihr kleines Heim, die handgefertigte Wiege, die schon benachrichtigte Hebamme, die letzte Sicherheit – alles mussten sie nun verlassen und mühevollen Schrittes der Ungewissheit entgegengehen! Wenn sie nur schon in Bethlehem wären!

Nach einigen Tagen anstrengenden Fußmarsches war es dann endlich soweit: Bethlehem, das Ziel ihrer Reise war in Sicht! Wie mag Maria aufgeatmet haben. Hoffnung belebte sie und half ihr über die letzten Kilometer. Doch wie groß war die Enttäuschung, als nirgends ein Zimmer frei war! Ihre ganze Sehnsucht nach Ruhe, Erholung und Geborgenheit blieb unerfüllt. In einem Stall gebar sie unter Schmerzen und sicherlich auch Ängsten ihren ersten Sohn. Wir wissen von keiner Hebamme, keinem Arzt oder anderem Geburtshelfer. Nur Joseph war da – diesbezüglich völlig unkompetent, war er doch nur ein Zimmermann. Großer Gott, war das nicht ein bisschen zu viel verlangt?

Die Magd

Diese Begebenheit berührt mich immer zutiefst. Und jedes Mal, wenn ich darüber nachdenke, drängt sich mir die Frage auf, ob ich auch solch ein Vertrauen bewiesen hätte? Was hatte Maria damals gesagt? „Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort!“ Maria sah sich als Magd. Was bedeutet es denn, Magd zu sein?

Eine Magd hat ihr Recht auf Selbstbestimmung an ihre Herrin abgegeben. Sie gehört sich nicht mehr selber, sie ist unfrei, an die Herrin gebunden. Sie kann ihr Leben nicht in die eigenen Hände nehmen. Eine Magd kann keine eigenen Pläne schmieden, ihre eigenen Wünsche sind völlig nebensächlich und belanglos, dass es gar nicht lohnt, sie auch nur zu hegen. Als Magd lebt sie nur für ihre Herrin.

Dennoch gleicht eine Magd nicht dem Vieh. Ihr Leben kann durchaus erfüllend und beglückend sein! Ihr fragt euch, wie? Als Magd steht sie unter dem Schutz ihrer Herrin, ja ihr wird sogar Verantwortung über so manche Aufgabenbereiche übertragen. Als Magd darf sie mitdenken und planen, ihren Verstand und ihre Fähigkeiten voll ausschöpfen. Mit ganzem Herzen darf sie dabei sein! Alles, was sich ereignet, und jede Herausforderung, vor der sie steht, lernt sie mit den Augen ihrer Herrschaft zu betrachten. Eine solch umsichtige Magd wird von ihrer Herrin geachtet und immer mehr ins Vertrauen gezogen werden. Und je tiefer ihre Hingabe in diesem Dienst ist, desto mehr wird ihr ganzes Denken, Sehnen und Hoffen in den Plänen ihrer Herrschaft aufgehen. Ihre eigenen Wünsche verschmelzen mit den Vorstellungen ihrer Herrin. Dann ist es nur zu natürlich, zu sagen: „Mir geschehe nach deinem Wort!“

Das Herzstück des Vertrauens und der Hingabe

Und dieses Bild lässt sich auch auf uns übertragen. Wir haben im ersten Kapitel betrachtet, wie sehr sich Gott nach unserer Hingabe sehnt und dass letztlich unsere Hingabe entscheidend für unsere Erlösung ist. Das bedeutet, dass wir uns wie Maria ganz bewusst als Magd ansehen müssen. Für Nachfolger Christi ziemt es sich nicht, eigene Pläne und Wünsche zu hegen. Kinder Gottes verfügen nicht mehr eigenständig über ihr Leben und treffen keine Entscheidungen nach ihrem Ermessen. Als Geliebte Jesu, als Seine verlobte Braut geben wir unser Recht auf Selbstbestimmung an unseren Bräutigam ab und vertrauen uns voll und ganz Seiner Führung und Obhut an.

Salomo beschreibt das folgendermaßen: „Gleich Wasserbächen ist das Herz des Königs in der Hand des Herrn. Er leitet es, wohin immer er will.“ Sprüche 21,1

Wie ein Bach soll unser Herz in der Hand Gottes sein. Er möchte unser Fühlen, Denken und Handeln lenken. Wie das geschehen soll, erfahren wir noch.

Eines steht fest: je tiefer unsere Liebe und Hingabe wird, desto mehr verwandelt sich unser Blick, unser Urteils- und Einschätzungsvermögen. Wir lernen, die Dinge mit den Augen unseres geliebten Bräutigams zu sehen. Von Seiner Liebe ergriffen, schmelzen unsere eigenen Wünsche und Ziele, die wir geheiligt von Gott wiederbekommen. Dann sind unsere Wünsche auch Seine Wünsche, und wir gehen voll und ganz in Seinem weisen Plan auf.

Natürlich werden wir denken und planen, Wünsche hegen und Ziele haben, aber solange wir in dieser Hingabe zu Gott leben, sind es nicht unsere ursprünglichen, von der Sünde entstellten Vorstellungen, sondern sie stimmen voll und ganz mit den göttlichen überein. Wir werden nicht mehr für uns selbst leben. All unsere Fähigkeiten werden wir ganz für Ihn einsetzen.

Und all das, diese gravierende Änderung, die den Tod unseres Egos unweigerlich zur Folge hat, geschieht ohne Druck und Zwang, sondern allein aus Liebe. Liebe ist das Motiv dieser tiefen Hingabe. Und dann können wir in missliche Umstände, Schwierigkeiten und Leid geraten und nicht daran kaputtgehen, weil uns das Einssein mit Christus trägt.

Elia: Vertrauen und Gehorsam

Schauen wir uns noch ein weiteres Beispiel aus der Heiligen Schrift an, eines, mit dem sich vielleicht die Männer besser identifizieren können. Wie ist es denn, ein Knecht des Herrn zu sein? Da gibt es eigentlich keinen Unterschied zu einer Magd. Die Prinzipien sind dieselben. Auch der Knecht hat sein Recht auf Selbstbestimmung an seinen Herrn abgegeben. Und wenn es ein guter Knecht ist, wird er keine eigennützigen Pläne schmieden, noch sonst irgendwelche Wünsche für sich selbst haben. Er wird keine Zeit damit verschwenden, auch nur aufbegehrenden Gedanken nachzuhängen. All seine Verstandes- und Schaffenskraft wird er seinem Herrn widmen. Er wird im Sinne seines Herrn denken und planen.

Und wenn sein Herr hin und wieder Entscheidungen trifft, die er nun gar nicht verstehen kann, dann er wird er sich ihnen selbstverständlich fügen, auch wenn es für ihn höchst unangenehm werden könnte. Doch in der Gewissheit, dass sein Herr die Dinge wohl bedacht hat und er unter seinem Schutz lebt, wird er auch hier nicht zögern.

Denken wir uns mal in das Leben eines solchen Knechtes hinein. Wir finden es in 1.Könige 17,1-7:

„Und Elia, der Tisbiter, von den Einwohnern Gileads, sprach zu Ahab: So wahr der Herr lebt, der Gott Israels, vor dessen Angesicht ich stehe, es soll in diesen Jahren weder Tau noch Regen fallen, es sei denn, dass ich es sage! Und das Wort des Herrn erging an ihn folgendermaßen: Geh fort von hier und wende dich nach Osten und verbirg dich am Bach Krit, der östlich vom Jordan fließt! Und du sollst aus dem Bach trinken, und ich habe den Raben geboten, dass sie dich dort versorgen! Da ging er hin und handelte nach dem Wort des Herrn; er ging und blieb am Bach Krit, der östlich vom Jordan fließt. Und die Raben brachten ihm Brot und Fleisch am Morgen und Brot und Fleisch am Abend, und er trank aus dem Bach. Es geschah aber nach einiger Zeit, dass der Bach vertrocknete; denn es war kein Regen im Land.“

Elia war ein ganz gewöhnlicher Mann, wie alle anderen auch. Doch seine Herzenseinstellung muss von Hingabe geprägt gewesen sein. Inmitten des großen Abfalls zu Ahabs Zeiten blieb er seinem Gott treu – genau wie sein Name es sagte: Mein Gott ist Jahwe! Darum konnte ihn Gott zu einem ungewöhnlichen Dienst gebrauchen. Ihr wisst, wie Er ihn mit der Ankündigung eines Strafgerichtes zu Ahab schickte. Das war keine leichte Sache, Elia musste mit dem Zorn des Regenten rechnen und um sein Leben bangen. Und tatsächlich kam es so, dass Elia zwar den Palast unbeschadet verlassen konnte, aber fortan der Staatsfeind Nr. 1 war. Ahab nahm einen Schwur von all den Herrschern der Nachbarvölker, dass Elia unbedingt ausgeliefert werden musste. Die Todesstrafe war über ihn verhängt! Auch das kann eine Folge der Hingabe, des Vertrauens in die göttliche Führung sein!

Dennoch hat Gott hier keinen Fehler gemacht! Trotz widrigster Umstände hält Gott alles in Seiner Hand und führt es nach Seinem weisen Plan, den wir nur leider oft nicht kennen. Elia muss seinem Gott vertraut haben. Und als Gott ihn an den kleinen Bach Krit schickte, tat er nach dem Wort des Herrn! Elia gehorchte, ohne Wenn und Aber. Gehorsam ist Ausdruck des Vertrauens. Nun hört sich das Wort Gehorsam nicht gerade sehr attraktiv an. Und dennoch liegt gerade im Gehorsam Segen. Lasst mich dazu ein Beispiel erzählen:

Erfahrung: Wildschweine

Es war im März 2006, unser Wald lag tief verschneit. Der Paketdienst weigerte sich verständlicherweise, uns ein Paket zuzustellen. So vereinbarten wir die Zustellung bei unserem nächstgelegenen Nachbarn, dem Bundesforstamt. Da wir zu dieser Zeit kein Fahrzeug besaßen, musste Sebastian mit dem Rad die 5 Kilometer zum Forstamt fahren und irgendwie das sperrige Paket abholen. Als er losfuhr, meinte er, in einer Stunde sei er wieder da.

Als die Stunde fast vergangen war, wollte ich mit den Kindern einen Spaziergang machen und unseren Papa abholen. So stiefelten neben mir drei Paar kleine Füßchen durch den Schnee. Und wenn unser Jüngster mit seinem eineinhalben Jahr nicht mehr laufen konnte, durfte er auf den Schlitten. Es war ein schöner Spaziergang, doch unser Papa kam nicht. So weit wir auch liefen, wir konnten ihn einfach noch nicht sehen. Da ich mir denken konnte, dass er bei diesem Schnee sein Fahrrad sicher schieben muss und mit dem großen Paket seine Schwierigkeiten haben wird, überzeugte ich die Kinder, dass es besser sei, umzukehren.

Enttäuscht, den Papa nicht gefunden zu haben, wanderten wir zurück. Müde stiefelten unsere Kleinen durch den Schnee. Da kam mir der Gedanke, sie doch alle drei auf den Schlitten zu setzen und bis nach Hause zu ziehen. Dieser Eindruck war so klar und entsprach wirklich nicht meinen inneren Wünschen, dass ich wusste, es kann nur Gott sein, der mich dazu auffordert. Doch mein Ich, mein Eigenwille, wollte natürlich nicht der Aufforderung gehorchen. Drei Kinder mit dem Schlitten zu ziehen, bedeutete auch für mich Anstrengung, außerdem haben sie ja noch gar nicht geklagt. Obwohl meine Jungs noch nichts sagten, konnte ich mir denken, dass sie geschafft waren, denn ich war es auch. So eine lange Wanderung auf nicht geschobenen Wegen ist für kleine Kinderfüße schon eine Herausforderung! Nun musste ich mich entscheiden: Folge ich meinen Wünschen oder diesem Eindruck, von dem ich genau wusste, das es Gottes Wunsch war? Aus Erfahrung weiß ich, dass es immer einen Sinn hat, wenn Gott mich um etwas bittet, auch wenn ich es weder verstehe noch einsehe. So entschied ich mich zum Gehorsam und konnte den Unwillen überwinden. Die Kinder waren außer sich vor Freude, als sie alle auf den Schlitten durften und Mami nun ihr Pferdchen spielte. Alle Enttäuschung war vergessen.

Als wir so ein Stück unseres Weges trabten, rannte vor uns plötzlich eine aufgescheuchte Bache mit ihren acht Frischlingen auf den Weg. Ich blieb sofort stehen und fragte in einem Stoßgebet, was ich im Falle eines Frontalangriffes tun soll. Die Herde Wildschweine war offensichtlich sehr aufgeregt, wir dagegen standen allein auf weiter Flur. Verstecken oder auf Bäume klettern – alles war unpraktikabel. Der Weg, auf dem wir uns befanden, war so breit wie eine gut ausgebaute Straße, dann kam erst noch ein Streifen Wiese, bevor der Wald wieder begann. Mich überkam eine außergewöhnliche Ruhe. Mir war klar, dass es keine Möglichkeit zum Verstecken gab. So stellte ich mich vor die Kinder, die glücklicherweise eng aneinandergedrängt auf dem Schlitten saßen. Ihnen gebot ich, ganz still zu sein. Dann beobachtete ich genau die Bache, sie überquerte den Weg und kam uns auf dem Wiesenstreifen entgegen, also immerhin mit etwas Abstand. Neben uns blieb sie dann stehen, musterte uns, grunzte und wühlte in der Erde. In der Tat, sie tat sehr geschäftig, doch sie ließ uns nicht aus dem Blick.

So standen wir uns gegenüber und die Minuten vergingen. Die Wildschweine wühlten und grunzten und ließen uns dabei nicht aus den Augen. Wir regten uns nicht. Für die Kinder war dieser Anblick nun sehr interessant, sie sahen wirklich echte Wildschweine, nicht nur im Bilderbuch. Über die Gefahren waren sich zumindest die beiden Kleinen nicht bewusst. Und jedes Mal, wenn sie mir etwas zuflüsterten, kam die Bache ein paar Schritte näher und stellte sich in voller Größe vor mich hin. Zwischen uns lagen nur sehr wenige Meter.

Es dauerte eine Viertelstunde, bis sich die Wildschweine von uns trennten und in den Wald gingen. Wie schauten ihnen noch nach, bis sie endlich unseren Blicken entschwanden, denn wer weiß, was sie gemacht hätten, wenn wir uns auch bewegt hätten. Jedenfalls schaute sich die Bache noch einige Male nach uns um.

Dann fingen die Kinder ganz aufgeregt von dem an zu sprechen, was sie gerade erlebt und beobachtet haben. Simeon und Nathanael fanden das wirklich sehr interessant; Samuel sagte nur: „O Mama, so etwas Gefährliches haben wir erlebt, und unser starker Papa war gar nicht dabei, nur du kleine Mami! Und es hat alles gut geklappt, da hat uns unser Heiland aber dolle beschützt.“ Ja, so war es, wir konnten hier ganz deutlich den Schutz Gottes erleben.

Als die Kinder dann zu Hause eifrig damit beschäftigt waren, die Wildschweine zu malen, dachte ich noch einmal über Gottes Führung nach. Was wäre geschehen, wenn ich nicht, seinem Wunsch folgend, alle Kinder auf den Schlitten gesetzt hätte? So prägte es sich mir wieder tief ein, dass sich Vertrauen in Gottes Anweisungen und Gehorsam lohnen.

Gehorsam lohnt sich! Gott erwartet von uns allerdings keinen Soldatengehorsam, daran hat Er keinen Gefallen. Er möchte, dass unser Gehorsam aus Liebe und Vertrauen erwächst. Durch bedingungsloses Vertrauen in Gottes grenzenlose Weisheit, Größe, Liebe und Macht, können wir Ihm auch bedingungslos gehorchen, ohne Fragen zu stellen, ohne selbst alles absichern und managen zu wollen und ohne zu zweifeln. Nicht, dass wir unseren Verstand nicht gebrauchen sollen. Das dürfen wir stets tun. Doch wir müssen einfach davon ausgehen, dass unser menschlicher Verstand begrenzt ist.

Da wir nun in die geistliche Welt hineingeboren sind, wird Gott unseren Horizont ständig erweitern, bis in alle Ewigkeit. Wir lernen immer mehr, göttlich zu denken und die Gesetzmäßigkeiten der geistlichen Welt zu verstehen. Wenn dann Gott spricht, müssen wir nicht einfach unseren Verstand ausschalten, sondern dürfen diesen Ruf aus dem geistlichen Blickwinkel heraus betrachten. Selbst wenn wir immer noch nicht alles verstehen, – und wir werden es mit Sicherheit auch nicht – dürfen wir trotz allem einfach vertrauen und gehorchen, weil wir wissen, dass Gott vertrauenswürdig ist. In diesem Sinne können wir mit voller Verstandeskraft Entscheidungen treffen, Dinge beurteilen und Vertrauen wagen, ohne realitätsfremd zu werden – auch wenn die getroffene Entscheidung manchmal gegen alle menschliche Vernunft spricht.

Die Herausforderung des Gehorsams

Für Elia war es sicher auch nicht selbstverständlich, an den Bach Krit zu gehen. Das war gar nicht weit von seinem Heimatdorf entfernt. Wir müssen uns einmal vorstellen, was das bedeutete: Er war der Staatsfeind Nr. 1! Ihm drohte die Todesstrafe. Er wurde überall gesucht, weit über die Landesgrenzen hinaus. Und da sagt Gott: Bleibe in deiner Heimat – dort, wo man dich zuerst suchen wird – und verstecke dich an dem kleinen Bach Krit!

Warum sollte er nicht in die Wüste fliehen? Warum versteckte Gott ihn nicht ganz weit weg am Horeb, dem Gottesberg? In dieser gefährlichen Situation hätte Elia doch sicher die sichtbare Gegenwart Gottes tröstlich empfunden! Und wenn er sich schon am Wasser verstecken sollte, warum dann gerade am Krit? Führte der Jordan nicht viel mehr Wasser und bot damit bessere Überlebenschancen bei der nun folgenden Dürre? Warum sich am Krit verstecken? Weil Gott die Raben schon längst beauftragt hatte, Elia am Bach Krit zu versorgen! Was hätte dem Elia die Hilfe am Bach Krit genützt, wenn er seinen eigenen Überlegungen gefolgt und woanders hingegangen wäre? Seht ihr, wie wichtig, ja buchstäblich überlebensnotwendig Gehorsam im Vertrauen ist?

Ihr Lieben, wenn es uns ein Bedürfnis wird, die Führung unseres Lebens aus der Hand zu geben und sie unserem liebenden Heiland uneingeschränkt anzuvertrauen, dann bleibt es nicht aus, dass Probleme kommen. Doch wir müssen wissen, dass Schwierigkeiten kein Indikator dafür sind, dass etwas falsch läuft, sondern dass Gott sie gezielt benutzen kann, um unser Vertrauen, unsere Zuneigung, ja unsere Hingabe Ihm gegenüber zu vertiefen – so paradox das auch klingen mag!

Vertrocknende Bäche

Elia war dort, wo Gott ihn haben wollte Und dennoch geschah, was kommen musste: Wir lesen im Vers 7: „Und es geschah nach einiger Zeit, dass der Bach vertrocknete; denn es war kein Regen im Lande.“

Ich kann mir richtig vorstellen, wie Elia an dem Bach saß und zusehen musste, wie er so langsam vertrocknete! Hatte Gott ihn vergessen? Wäre es doch klüger gewesen, an den Jordan zu gehen, denn es war ja vorauszusehen, dass die große Trockenheit auch hier ihre natürlichen Folgen haben würde.

So musste Elia zuschauen, wie seine Existenzgrundlage so langsam verschwand, wie aus dem Bach ein kleines Rinnsal wurde! Bald würde nur noch ein ausgetrocknetes Flussbett an ihn erinnern. Wo war nun der Gott, auf den er hoffte? Gut, da waren noch die Raben, die ihm täglich Brot und Fleisch brachten.

Gott hatte ihn also noch nicht verlassen! Aber was nützte ihm trockenes Brot und etwas Fleisch, wenn es ihm vor Durst im Halse stecken blieb! Sollte er sich auf den Weg machen und nach Wasser suchen? Der Weg zum Jordan war ja nicht sehr weit! Musste er nicht eine vernünftige Entscheidung treffen, denn so konnte es ja offensichtlich nicht weitergehen! Nein, – Elia wartete geduldig! Er riss Gott die Zügel nicht wieder aus der Hand und fällte eigenständige Entscheidungen. Er wusste, wenn ich genau dort bin, wo Gott mich haben möchte und nach seinem Auftrag handle, dann ist Sein Arm noch lange nicht zu kurz, um mir zu helfen! Welch ein Glaube!

Wenn unsere Bäche vertrocknen

Und was machen wir, wenn unsere Bäche, an denen wir sitzen, vertrocknen? Wenn Alter und Krankheit uns zu schaffen machen und uns schwächen? Was machen wir, wenn unser Verdienst vorne und hinten nicht mehr reicht, um unsere Bedürfnisse abzusichern? Was machen wir, wenn wir unseren Arbeitsplatz verlieren oder auch nur verlieren könnten, wenn wir keine Kompromisse auf Kosten unseres Glaubens schließen? Was machen wir, wenn wir an einer persönlichen Wende stehen, weil unweigerlich bald ein neuer Lebensabschnitt beginnt, wenn Schule, Studium oder Ausbildung zu Ende gehen und immer noch keine Anstellung in Sicht ist?

Das sind schwierige Fragen. Darauf kann man keine pauschalen Antworten geben. Doch etwas tröstet mich! Diese vertrocknenden Bäche sind kein Zufall in unserem Leben, sondern sie gehören in Gottes Reinigungs- und Schönheitsprogramm mit uns. Und Jesus, unser geliebter Bräutigam, gibt darauf acht, dass wir daran nicht kaputtgehen, auch wenn wir gerade in diesen Situationen meinen, dass unsere Gebete nur bis zur Zimmerdecke gehen und Gott so unendlich weit weg ist. Doch Er ist nicht so weit weg, wie es scheint – Er ist nicht weiter weg als deine Zimmerdecke!

Vertrocknende Bäche – ich weiß, wovon ich rede. So manches Mal war ich schon versucht zu sagen: Gott, es reicht! Bitte nicht noch mehr! Ich kann nicht mehr! Und ich kann mir gut vorstellen, dass Gott auf meine Bitte eingehen würde, wenn ich sie Ihm so äußern würde. Doch damit würde ich mir selbst schaden, da ich Seinem Reinigungs- und Schönheitsplan für mich Grenzen gesetzt habe und Gott später noch einmal auf diese Dinge zurückkommen muss. Darum ist es meine persönliche Schule, diese Spannung auszuhalten, einfach zu vertrauen und zuversichtlich zu sein.

Glaube gründet sich nun mal nicht auf Gefühle oder sichtbare Beweise der Gegenwart Gottes. Und es ist erstaunlich, wie viel man im Vertrauen ertragen kann und wie reich man in den größten Krisen mit Frieden und absoluter Zufriedenheit beschenkt wird. Wenn wir wissen, dass wir momentan dort sind, wo Gott uns haben möchte, und Ihm die Führung nicht streitig gemacht haben, brauchen wir uns nicht zermürben und von Sorgen verzehren lassen. Dann dürfen wir wissen, dass Gottes Arm noch lange nicht zu kurz ist, um uns zu helfen – auch wenn alles hoffnungslos verloren scheint. Er wird uns nicht einfach am trockenen Bach sitzen lassen, sondern uns neue Wege weisen. Vertraue Ihm einfach, Er wird sich um dich kümmern!

Wenn wir in diesen Situationen stehen, vermenschlichen wir unseren Gott allzu oft und glauben nicht mehr wirklich an Seine Allmacht und unendliche Größe. Wir können uns dann nichts mehr vorstellen! Doch Gott hat tausend Möglichkeiten, uns zu helfen! Ihm gehört alles und Seinem Wort gehorcht alles! In der Bibel lesen wir immer wieder davon. Petrus brauchte dringend Geld – und Gott legte etwas Gold in das Maul eines Fisches. Jona war am Ertrinken – und Gott sandte einen Fisch, der ihn verschluckte und unversehrt drei Tage später an Land spuckte. Israel stand am Roten Meer, die feindlichen Soldaten dicht hinter ihnen, keine Chance zum Ausweichen – und Gott bahnte ihnen einen Weg durchs Wasser.

Und was hat der Herr an uns getan? Als wir dringend Geld brauchten und kein Mensch davon wusste, kam ein bunt beklebter Brief ohne Absender mit 50 €. Wie freuten wir uns darüber! Doch wie groß war erst unser Erstaunen, als zwei Tage später statt dem einen 50 €-Schein zehn 50 €-Scheine in dem Briefumschlag lagen! Und als wir dringend einen Gartenzaun brauchten, weil sich unsere Waldbewohner aller Art von unserer Ernte reichlich nahmen, was ihnen gerade gefiel, besuchte uns ganz unverhofft die Stadtverwaltung und schenkte uns genügend Zaun, um unser Grundstück einzuzäunen! Und als ich vor drei Jahren sterbenskrank ums reine Überleben kämpfte und kein Arzt mir wirklich helfen konnte, lernten Freunde von uns gerade einen Biochemiker und einen Heilpraktiker kennen, die gemeinsam die Ursache fanden und mir wieder aufhelfen konnten. Und dass ich einmal wieder völlig gesund sein werde, hatte ich nach fünf Jahren Krankheit kaum noch zu hoffen gewagt.

Gott hat so viele Möglichkeiten, uns zu helfen! Die wichtigste Frage ist nur: Vertraust du Ihm auch jetzt noch und lässt Ihn über dich verfügen? Oder bist du Ihm schon davongelaufen und kannst die göttliche Hilfe nicht mehr im vollen Umfang erfahren? Elia wartete dort, wo Gott ihm geboten hatte und vertraute trotz hoffnungsloser Umstände fest auf den Herrn.

Ein ungewöhnlicher Auftrag

Da kam das Wort des Herrn wieder zu Elia – endlich göttliches Eingreifen! Aber was war das für ein Auftrag?! „Mach dich auf und geh nach Zarpat, das bei Sidon liegt und bleibe dort; denn ich habe dort einer Witwe geboten, dich zu versorgen.“

Wisst ihr, was das für Elia bedeutete? Kaum die Glaubensschule am trockenen Bach bestanden, wird er nun quer durchs ganze Land geschickt. Um nach Sidon zu gelangen, musste er von Südosten quer durch ganz Israel nach Nordwesten gehen, und das zu Fuß, nicht in einem geschlossenen Wagen! Viele Kilometer musste er wandern, allein die Luftlinie betrug etwa 120 Kilometer, und das in einem Land, wo er überall gesucht wurde, um verhaftet und getötet zu werden! Das war eine Glaubensprüfung pur! Gott hat manchmal einen eigenartigen Humor!

Doch das war noch nicht alles! Er sollte nach Zarpat gehen, das bei Sidon liegt. Im Kapitel 16,31 erfahren wir, dass Sidon die Heimatstadt, das Zuhause von Isebel war, denn sie war die Tochter des Königs Et-Baal von Sidon. Und ausgerechnet dort wollte Gott den Elia verstecken, sozusagen im Hintergarten der Isebel, die ihm nach dem Leben trachtete! Das war gegen alle menschliche Vernunft! Unsicherer hätte dieser Auftrag gar nicht sein können! Ein Versteck im heimatlichen Revier der mörderischen Königin Isebel! Zu Fuß die weite Wanderung, ohne dass Gott ihm Seinen Schutz versprach! Na gut, er hatte die Zusicherung, dass, am Ziel angekommen, eine Witwe ihn versorgen sollte. Das bedeutete immerhin, dass er am Ziel ankommen wird – wie auch immer!

Doch die Aussicht, von einer Witwe versorgt zu werden, war vielleicht auch nicht viel besser, als an einem trockenen Bach zu sitzen. Hier kamen wenigstens noch die Raben und brachten ihm was zu knabbern. Witwen waren bekannt für Armut. Wie viel sollte Elia noch entbehren? Und wenn Gott ihn schon durch eine Witwe versorgen wollte, gab es nicht genug Witwen in Israel? Musste er wirklich den gefährlichen Weg durch die Hitze auf sich nehmen und nach Zarpat gehen? Und ausgerechnet zu einer Witwe, die sich auf den Hungertod vorbereitet, weil sie so bettelarm ist?

Gott, was machst du da? Diese Frage stelle auch ich mir so manches Mal, wenn ich vor den ständigen Herausforderungen in unserem Leben stehe. Gott, was machst du da? Gott geht und führt manchmal unbegreifliche Wege, und leider können wir nicht vorausschauen und Seine Pläne nachvollziehen und begreifen. Wir dürfen Ihm einfach nur vertrauen, kindlich fest vertrauen und gehorchen.

Und das tat Elia. Und so durfte er den göttlichen Schutz auf der langen Wanderung und das wundersame Erlebnis mit dem Ölkrug und Mehltopf erfahren. Jeden Tag aufs Neue erlebten Elia und die Witwe mit ihrem Sohn Gottes Vertrauenswürdigkeit.

Zusammenfassung

Wir haben nun betrachtet, was es bedeutet, Knecht oder Magd zu sein. Also, langweilig ist solch ein Leben nie! Vielleicht erschrecken wir ein wenig vor den mannigfaltigen Herausforderungen, vor den Schwierigkeiten und Unsicherheiten. Das kann ich gut verstehen.

Als ich mich entschied, dem Werben meines Heilandes zu folgen und eine Magd meines Gottes zu sein und die ersten Probleme schon haushoch vor mir sah, befürchtete ich einen Nervenzusammenbruch. Doch ich kann euch sagen, der Nervenzusammenbruch ist bis heute ausgeblieben. Denn mein Heiland lehrt mich Tag für Tag, nicht einfach nur Magd, sondern eine gute Magd zu sein. Und es gibt tatsächlich nur eine einzige Möglichkeit, mit all den Spannungen umzugehen, ohne an ihnen zu zerbrechen, nämlich eine gute Magd oder ein guter Knecht zu sein! Und das bedeutet, mein Recht auf Selbstbestimmung völlig und ganz abzugeben und einfach meinem Herrn im Vertrauen zu folgen. Und da mein Herr nicht irgendjemand, sondern mein Bräutigam ist, der mich liebt und glücklich wissen möchte, fällt es leichter, Ihm die Zügel meines Lebens zu überlassen, ohne sie immer wieder an mich zu reißen.

Völlige Hingabe ist das Geheimnis großen Glücks und tiefer Erfüllung, selbst inmitten größter Turbulenzen. Das dürfen wir immer wieder erleben. Wenn unser Vertrauen wächst und unser Wandel von dieser Hingabe geprägt ist, dann gibt es nichts, was uns beunruhigen und ängstigen müsste. Unser Gott ist überaus vertrauenswürdig. Und es wäre so schön, wenn wir uns die Worte Marias zu eigen machen: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe nach deinem Wort!“ Oder mit Salomo sprechen können: „Gleich Wasserbächen ist mein Herz in der Hand des Herrn. Er leitet es, wohin immer er will.“

Merkverse

„Siehe, ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe nach deinem Wort.“

Lukas 1,38

„Gleich Wasserbächen ist mein Herz in der Hand des Herrn. Er leitet es, wohin immer er will.“

Sprüche 21,1