Gedanken und GefühleNachdem wir uns nun mit dem Geheimnis unseres Willens beschäftigt haben, wollen wir jetzt untersuchen, welch eine Rolle unsere Gedanken und Gefühle in dem großen Kampf zwischen Gut und Böse spielen. Und ich kann euch versprechen, wir werden erstaunliche Entdeckungen machen! Doch lasst uns vorher in folgende Begebenheit hineindenken. Es ist wieder eine Begebenheit aus meinem Leben. Aber ich erzähle sie euch nicht, weil ich so wichtig wäre und es sich vielleicht lohnt, mir nachzueifern, nein, sondern weil ich möchte, dass wir das Wirken unseres Gottes, aber auch das Wirken des Gegenspielers in unserem Alltag erkennen und verstehen lernen. Wenn wir uns heute mit den Gefühlen und Gedanken in dem großen Spannungsfeld zwischen Licht und Finsternis beschäftigen, dann ist es einfach nahe liegend, persönliche Erfahrungen zu erzählen, auch wenn es nicht unbedingt leicht fällt, sich so zu öffnen und verletzlich zu machen. Doch wir kennen alle eine ganze Palette von Emotionen und Gedankenmustern, und ihr werdet verstehen, was ich euch diesbezüglich veranschaulichen möchte. Erfahrung: Gefangen in trüben EmpfindungenIch hatte gerade meine persönliche Andacht beendet. Obwohl ich am Morgen jenes Tages sehr viel Zeit der Stille, des Gebetes und des Bibelstudiums hatte, fühlte ich mich nicht gerade glücklich. Müdigkeit und trübes Regenwetter trübten die Stimmung. Eigentlich war mir zum Weinen zumute – und ich wusste nicht einmal, warum. Sicher, ich hatte mich überarbeitet, und die Herausforderungen der letzten Zeit hinterließen ihre Spuren. Wochenlang war ich schon in diesen Emotionen gefangen. Ich brachte nichts mehr auf die Beine und stand all den Anforderungen ohnmächtig gegenüber – zumindest fühlte ich mich so. All die vielen Pflichten, die ich dennoch erfüllte, fand ich nicht der Rede wert. Gott schien so weit weg, und ich war ein Versager. Ja, ich schaffte es nicht einmal, ein ordentliches Gebet zu sprechen. All die Zeit, die ich mir täglich zur Andacht nahm, schien unnütz vergeudet zu sein, weil ich ja doch keine Beziehung zu Gott knüpfen konnte. Die Situation schien aussichtslos, die depressive Stimmung verfestigte sich zunehmend. Und immer wieder klangen mir die gut gemeinten und besorgten Worte meiner Mami im Ohr, die schon lange befürchtete, dass ich unter all den Herausforderungen und Schwierigkeiten, die unser Dienst mit sich bringt, einmal zusammenbrechen werde. Doch ich wusste ja, dass Gott uns nie mehr Arbeit zumutet, als Er uns mit Kraft und Nerven beschenkt. Doch ganz offensichtlich war ich nervlich am Ende. Diese Tatsache peinigte mich geradezu. Nun legte ich meine Bibel endgültig aus der Hand und begab mich auf den Weg zur Küche, um das Frühstück für die gesamte Familie vorzubereiten. Doch ich schaffte es gerade bis zur Tür, so antriebslos war ich. Gedankenlos schaute ich aus dem Fenster und sah … ein Hasenpärchen beim Liebesspiel. Auch wenn man mitten im Wald wohnt und der Hasenmann jeden Morgen und Abend auf die Einfahrt zu unserem Grundstück kommt, ist es nicht selbstverständlich, dass er genau vor unserem Fenster sein Frauchen umwirbt. „Gott, warum machst du das? Warum lässt Du mich so etwas Schönes und Seltenes sehen, wenn ich so weit von Dir entfernt bin? Ich bin es doch nicht wert“, fragte ich erstaunt. „Doch Dani“, bemerke ich eine sanfte Stimme, „ich tue es, damit du verstehst, dass Ich dich nicht verlasse noch von dir weiche. Ich liebe dich.“ „Gott liebt mich? Auch jetzt noch, wo ich nicht leistungsfähig und nervlich einfach am Ende bin?“ Ohne es zu richtig merken, begann ich ein Zwiegespräch mit meinem Heiland. Dass Er mir antwortete, verwunderte mich nicht einmal, obwohl ich doch der Meinung war, dass Er unendlich weit weg war. „Aber Gott, ich fühle Dich doch gar nicht. Ich habe ja solche Sehnsucht nach Dir, doch Du lässt Dich ja nicht finden. Und wenn ich diese Entfernung zwischen uns buchstäblich fühle, dann muss es doch wohl stimmen. Oder meinst Du nicht?“ „Dani, liebes Kind, du brauchst nicht deinen Gefühlen zu trauen, sondern Meinem Wort. Schau, Ich weiß, dass ihr vor großen Herausforderungen steht. Nicht ihr habt euch in diese Lage gebracht, Ich habe es getan. Und Ich habe immer noch alles in der Hand. Weißt du noch, was Ich euch versprochen habe?“ Ja, ich wusste es. Mein fotographisches Gedächtnis präsentierte mir sofort unzählige Seiten mit angemerkten Bibelstellen. Ich kannte sie alle und wusste, welche Verheißungen wir zu welchen Gelegenheiten bekommen hatten. Und nie versprach uns der Herr, dass Er uns verlassen und hilflos in all den Schwierigkeiten allein lassen wolle. Nie sprach Er davon, dass Er mich in Seinen Dienst gerufen habe, um der absolute Versager zu sein. Ich überlegte. Sollte das bedeuten, dass ich diesen Emotionen und Gedanken keinen Glauben zu schenken brauchte – nein, nicht nur brauchte, sondern sogar sollte? Und schon wieder standen vor meinem geistigen Auge Bibelstellen, die diese Tatsache bestätigten: „Was betrübst du dich meine Seele und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken für die Rettung, die von seinem Angesicht kommt“ Psalm 42,6 „Und du sollst erkennen, dass ich der Herr bin: die auf mich harren, werden nicht zuschanden werden.“ Jesaja 49,23 „Ist etwa meine Hand zu kurz, um zu erlösen, oder ist bei mir keine Kraft, um zu erretten?“ Jesaja 50,2 „Siehe, ich, der Herr, bin der Gott allen Fleisches; sollte mir irgendetwas unmöglich sein?“ Jeremia 32,27 „Forscht nach in dem Buch des Herrn und lest es! Nicht eines von alledem wird fehlen; zu keinem Wort wird man die Erfüllung vermissen; denn mein Mund ist's, der sie befohlen, und sein Geist ist's, der sie gesammelt hat.“ Jesaja 34,16 Aus den Schriften von Ellen White konnte ich mich an folgende Aussagen erinnern: „Ist Jesus treu? Steht Er zu dem, was Er sagt? Antworte entschlossen: Ja, zu jedem Wort. Wenn du dir dies klar gemacht hast, dann berufe dich im Glauben auf jede Verheißung, die Er gegeben hat, und empfange den Segen; denn diese Annahme durch den Glauben gibt der Seele Leben. Du kannst glauben, dass Jesus dir treu ist, auch wenn du dich als das schwächste und unwerteste seiner Kinder fühlst.“ Gemeinschaft mit Gott S.39 / Testimonies to Ministers p.517 „Die Gefühle aber sind keine sicheren Kennzeichen. Wir sollten nicht in uns hineinhorchen, um einen Beweis unserer Annahme bei Gott zu finden. Wir werden dort nur solches finden, das uns entmutigt. Unsere einzige Hoffnung besteht darin, auf Jesus zu schauen, den Anfänger und Vollender des Glaubens.“ Gemeinschaft mit Gott S.50 / Testimonies for the Church, vol.5 p.200 Die heimtückische FalleWarum beschreibt uns Gottes Wort diese Dinge? Weil unser liebender Gott uns vor einer heimtückischen Falle Satans bewahren möchte. Gefühle sind eigentlich nichts Schlechtes, aber man sollte ihnen nicht vertrauen. Sie sind unzuverlässig. Meist nutzt Satan irgendwelche Umstände aus und flüstert uns Lügen ein. Damit provoziert er in uns bestimmte Emotionen. Falsche Gedanken und falsche Gefühle – das sind die Kombination, mit der Satan unseren Blick von Jesus abwenden, unser Vertrauen in Seine Allmacht und Führung untergraben und uns seinen Willen aufzwingen möchte. Darum dürfen wir unter keinen Umständen unseren Gefühlen Glauben schenken, sondern dem verlässlichen Wort Gottes. Kraft- und nervenraubende Gedanken und Gefühle dürfen wir ganz einfach abschütteln und stattdessen unserem Heiland ganz fest vertrauen. Wir können, ja wir sollten uns gegen sie wehren, wenn sie nicht mit dem Wort Gottes übereinstimmen – genau in der Weise, wie wir es im letzten Kapitel besprochen haben. Das war für mich eine sehr wichtige Erkenntnis. Gefühle sind etwas sehr Schönes, und ohne sie wäre unser Leben nicht mehr lebenswert, doch sie sind allzu oft der Punkt, an dem Satan ansetzt, um uns unter seine Herrschaft zu bringen. Und wenn wir auf den vorigen Seiten von der Macht unseres Willens gelesen haben, dann werden wir jetzt verstehen, dass wir willentlich sogar entscheiden können und immer wieder müssen, was wir denken und wie wir uns fühlen möchten. Das entscheidende Schlachtfeld ist in unserem Kopf. In unserer Gesinnung werden die Weichen gegen oder für die Sünde gestellt. Der Kampf zwischen Gut und Böse besteht oft nur darin zu entscheiden, welche Gedanken und Gefühle uns regieren sollen. Paulus wusste, wie elementar eine reine Gesinnung für einen wahren Christen ist. Im Philipperbrief schreibt er: „Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Jesus Christus auch war“ (Philipper 2,5) Beispiel JosuaNun mögen manche vielleicht sehr skeptisch sein und meinen, dass es einfach zu weit geht, hier auch noch über die Gedanken- und Gefühlswelt zu predigen und ihr zudem noch solch einen wichtigen Stellenwert zuzuschreiben. Gibt es in der Bibel eine Geschichte, die dieses Prinzip plastisch veranschaulicht? Natürlich sind die biblischen Berichte sehr knapp und sachlich verfasst, aber wenn man sich in so manche Begebenheit hineindenkt, versteht man mehr, was hinter den Kulissen geschah. Nun bin ich nicht für Spekulationen, dazu möchte ich Gottes Wort nicht missbrauchen. Doch vielleicht versteht ihr was ich meine, wenn wir uns einer solchen Begebenheit widmen. Wir finden sie im ersten Kapitel des Buches Josua. Ich möchte euch jetzt weder die ganze Geschichte erzählen, noch den biblischen Wortlaut niederschreiben, aber wenn ihr eure Bibeln aufschlagt, werdet ihr meine Gedankengänge verfolgen können: Mose war gestorben, Josua betrat jetzt sein Amt. Und das erste, was Josua erlebt, ist, wie der Herr mit ihm persönlich spricht. Auf welche Art und Weise das passiert ist, überliefert die Bibel nicht, doch es ist sicher: der Herr sprach zu Josua! Schauen wir uns die Botschaft Gottes mal an: Zuerst erklärt Er Josua Größe und Grenzen des Landes, welches Er für sie bestimmt hat und verspricht mit allem Nachdruck, dass es das Land ist, welches für Israel reserviert sei. Nach diesen überwältigenden Beschreibungen verspricht er Josua im Vers 5: „Niemand soll vor dir bestehen dein Leben lang! Wie ich mit Mose gewesen bin, so will ich auch mit dir sein; ich will dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen.“ Der Vers 6 sagt: „Sei stark und mutig!“ Im Vers 7 wiederholt Gott: „Sei du nur stark und sehr mutig!“ Und im Vers 9 fragt Gott Josua ganz eindringlich: „Habe ich dir nicht geboten, dass du stark und mutig sein sollst? Sei unerschrocken und sei nicht verzagt; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir überall, wo du hingehst!“ Und sogar die Ältesten des Volkes kamen zu Josua und flehten ihn an, Vers 18: „Sei du nur stark und mutig!“ Was sagen uns diese Verse über den Gemütszustand Josuas? Ich denke, es ist nicht nur meine Interpretation, aber ich spüre hier etwas von Angst, fehlender Zuversicht, zwar Vertrauen-Wollens, aber großer Vorbehalte. Und tatsächlich hatte er – rein menschlich betrachtet – auch allen Grund dazu gehabt. Gott wusste darum und konnte ihn natürlich verstehen. Doch lässt Er ihn in diesen Emotionen verharren? Nein, denn es wäre gefährlich, wenn Josua sich weiterhin von seinen Gefühlen leiten ließ. Unser Gemüt, unsere Gefühle und Gedanken sind nicht irgendetwas Nebensächliches, sondern das, was uns Leben verleiht, was uns zu Personen werden lässt. Sie sind der Motor hinter all unseren Handlungen, Neigungen, Reaktionen, Gewohnheiten, Wünschen und Leidenschaften. Sie sind unser Herz! Viele kennen sicher das Lied: „Hier ist mein Herz! Mein Gott, ich geb es Dir.“ Und das meint nicht nur ein verstandesmäßiges Bejahen von Glaubenspunkten, sondern ein sich Gott ausliefern bis in die tiefsten Tiefen unseres Seins. Haben wir Gott bis in diese tiefste Ebene unserer Gefühle und Emotionen vordringen lassen, dann kann Er uns lenken und führen. Hat Gott unsere Gedanken und Gefühle, dann hat Er uns! Darum war es Gott keineswegs egal, wie sich Josua fühlte! Er war dazu berufen, Seinem Volk vorzustehen und es in das verheißene Land zu führen. Und dabei spielte Josuas Gemütszustand solch eine wesentliche Rolle, dass Gott so eindringlich mit ihm sprechen musste. Nein, Gott schimpfte nicht, Er erteilte auch nicht lautstark Befehle. Er warb um sein Herz mit Versprechen und Prophezeiungen, mit Vergleichen und hilfreichen Aufforderungen. Gott rang um Josuas Herz. HintergründeDieses Werben und Ringen Gottes um die Herrschaft über Josuas Gefühle und Gedanken ist recht dramatisch. Es scheint so, als hinge alles davon ab. Als ich in das 5.Buch Mose zurückblätterte, verstand ich, warum Gott hier so beharrlich und eindringlich mit Josua sprach. Denn es war ja nicht das erste Mal! Josuas Gemütszustand war nicht eine plötzliche und vorübergehende Laune, sondern er muss schon einige Zeit in diesen Emotionen gefangen gewesen sein. Wenn wir ab dem 31. Kapitel lesen, erfahren wir, wie Mose dem gesamten Volk Worte der Ermutigung und Zuversicht mit auf den Weg ins gelobte Land gibt. Im Vers 3 spricht er Josua direkt an: Josua, „Er (der Herr) geht vor dir hinüber, wie es der Herr gesagt hat.“ Und dann übermittelt er Josua all die Verheißungen, die Gott ihm für die nächsten Monate gegeben hat. Im Vers 6 sagt Mose wieder dem gesamten Volk: „Seid stark und mutig! Fürchtet euch nicht und lasst euch nicht vor ihnen grauen, denn der Herr, dein Gott geht selbst mit dir; er wird dich nicht aufgeben noch dich verlassen!“ Und dann nimmt er Josua beiseite und spricht noch einmal unter vier Augen mit ihm. Ihr könnt es nachlesen in den Versen 7 und 8. Wieder hält Mose ihm all die Versprechen seines großen Gottes vor Augen und schlussfolgert, doch stark und mutig zu sein und nicht vor all den Schwierigkeiten zurückzuschrecken. Einige Tage später, die Zeit des Abschieds war schon nahe, befahl Mose direkt seinem Nachfolger (Vers 23): „Sei stark und mutig!“ und gab ihm ein weiteres Mal die Zusicherung göttlicher Gegenwart. Warum?Warum macht Gott das? Warum ignoriert Er nicht die trübe Stimmung? Es ist doch verständlich, dass Josua sich so fühlt. Warum schenkt Er ihm nicht einfach positive Erlebnisse, damit er Zutrauen gewinnt und aus seinen Emotionen rauskommt? Josua würde sich sicher besser fühlen, wenn er die Gegenwart Gottes auch wirklich spüren könnte. Doch Gott macht nichts von alledem. Er schenkt keine gewaltigen Siege, bevor die Sache mit Josuas Gefühlen nicht geklärt ist! Es hat mich erstaunt, wie ernst Gott die Gefühle Josuas nimmt. Er versteht sie, darum nimmt Er sich so viel Zeit für sie. Dennoch bleibt Gott hartnäckig dran. Er möchte bis in die tiefsten Gefühle und Gedanken Josuas vordringen, Er möchte sein Herz besitzen. Schließlich hängt so viel daran! Gott möchte Josuas Gedanken und Emotionen mit der Wahrheit in Einklang bringen. Wir wissen: „Dein Wort ist die Wahrheit!“ (Johannes 17,17) Und Gott hatte schon eine Menge diesbezüglich gesagt. Dass Josuas Gemütsverfassung tatsächlich nicht mit der Realität übereinstimmte, beschreibt uns die Bibel im 5.Mose 34,9: „Josua aber, der Sohn Nuns, war mit dem Geist der Weisheit erfüllt, denn Mose hatte seine Hände auf ihn gelegt; und die Kinder Israels gehorchten ihm und handelten so, wie der Herr es Mose geboten hatte.“ Gefühle im Widerspruch mit GottGefühle, Wünsche und Sehnsucht sind im Grunde nichts Schlechtes. Sie können aber in Widerspruch mit Gott geraten. Wenn das der Fall ist und Gott uns darauf aufmerksam macht, müssen wir sie zu Gott bringen und verwandeln lassen. Was immer in uns nicht mit dem Wort Gottes übereinstimmt, muss Ihm gegeben und überwunden werden. Oft bittet uns Gott in solchen Situationen, Gedanken und Verhaltensweisen zu pflegen, die dem genau entgegengesetzt sind, was Er aus unserem Leben entfernen will: Freude statt Traurigkeit, Liebe statt Hass, Verständnis statt genervt zu werden, Zuversicht statt Angst, Vertrauen statt Vorbehalte und Zweifel… Erinnern wir uns noch einmal: Warum sind Gott unsere Gedanken und Gefühle so wichtig? Warum legt Er so viel Wert darauf, dass sie in Übereinstimung mit Seinem Wort sind? Weil sie zusammen unser Herz ergeben, und das möchte Er liebend gern besitzen. Hat Gott unsere Emotionen und Gedanken, dann hat Er uns! Die Taktik des GegenspielersDoch Gott regiert nicht allein über diese Welt. Satan hat Ihm die Regentschaft streitig gemacht und versucht mit aller Macht, uns unter seine Herrschaft zu bringen. Satan hat das menschliche Gehirn studiert und weiß, dass er uns am besten von Gott fernhalten kann, wenn er uns mit lügenhaften Gedanken impft, besonders wenn sie von unseren niederen Kräften noch genährt werden. Dann wächst und arbeitet es in uns und geht auf wie ein Hefekuchen – nur dass er nicht so lecker ist. Solche manipulierten Empfindungen und Gedanken drängen uns in falsche Gewohnheiten und Einstellungen, damit wir durch falsches Verhalten Schuld auf uns laden! Und viele von uns fühlen so, dass Schuld sie eher von Gott wegtreibt, statt zu Ihm hin. Satan lacht über unseren geschwächten Zustand, denn er weiß, dass uns Vertrauen so immer schwerer fällt und wir kaum noch glauben können, dass Gott uns trotz unserer Fehler liebt und akzeptiert. So bleiben wir Satans Gefangene. Vielleicht mögen euch diese Aussagen befremdend vorkommen. Aber einige kennen vielleicht die beiden Büchlein „Nicht zu fassen!“ von Roger J. Morneau. Wir haben leider nur den zweiten Band. In diesem Büchlein erwähnt der Glaubensbruder hin und wieder, dass er früher ein Satanist war. Und dann erzählt er einiges aus seinem Wissens- und Erfahrungsschatz. Und zu meiner Überraschung beschreibt er, wie Satan Menschen in seine Gewalt bekommt und sie zur Sünde reizen kann, indem er ihnen falsche Gedanken, Gefühle oder sinnliche Bilder eingibt. Sobald diese Dinge in uns aufkommen, begehen wir noch keine Sünde, wir werden lediglich versucht. Erst unser Umgang damit entscheidet, ob wir sündigen werden oder nicht. In einer Gemeindeschrift, dem „Review and Herald“ vom 27. März 1888 fand ich folgende inspirierte Aussage aus der Feder Ellen Whites: „ Es gibt Gedanken und Gefühle, von Satan eingeflößt und geweckt, die sogar die Besten unter den Menschen belästigen; wenn sie aber nicht gehegt werden, wird die Seele nicht mit Schuld verunreinigt und kein anderer durch ihren Einfluss beschmutzt.“ Und in „Our high calling (Unsere hohe Berufung)“ Seite 85 gibt sie uns folgenden Rat: „Erkenne nicht einen Moment lang Satans Versuchungen an als im Einklang mit deinem eigenen Geist! Wende dich von ihnen ab, als ob du dich von Satan selbst abwenden würdest. Hier wird uns aus autorisierter Quelle beschrieben, dass es tatsächlich die Taktik des Gegenspielers ist, unsere Gedanken und Gefühle zu injizieren. Darum sind Gott unsere Gefühle und Empfindungen nicht nebensächlich! Konzentriere dich nun aber nicht unbedingt darauf, deine verkehrten Gedanken zu unterwerfen, sondern richte vielmehr dein Denken auf den Himmel und konzentriere dich auf Gottes Gedanken! Der AuswegDas ist der Ausweg aus der Falle falscher Gedanken. Die gute Nachricht lautet, dass deine Freiheit heute beginnen kann – wenn du dich entscheidest, Gott zu glauben und Ihn beim Wort zu nehmen! Gott hat dich, wie wir im letzten Kapitel studierten, mit der kostbaren Gabe eines freien Willens beschenkt. Satan kann dir das nicht wegnehmen. Er mag dich einschüchtern, deine verdorbenen Gefühle und Regungen aufwühlen, aber er kann dich nicht zwingen, seinen Lügen zu glauben! Es liegt bei uns zu entscheiden, worauf wir uns einlassen wollen. Wenn wir Gott beim Wort nehmen, statt Satans verlogenen Gedanken zu glauben, werden wir siegen! Satan fürchtet diesen Sieg, darum ist er fast pausenlos darauf aus, uns zu beeinflussen. Doch das braucht uns nicht zu ängstigen. Christus ist Sieger! Und wenn wir Seinem Wort folgend jeden Gedanken zum Gehorsam gegen Christus gefangen nehmen (2.Korinther 10,5), dann gehört Sein Sieg uns. Das ist also das, was wir eben besprochen haben. Dort, wo unsere Gedanken und Gefühle durch die Belästigungen Satans dem göttlichen Wort widersprechen, wartet unser Heiland nur darauf, dass wir unser Recht auf sie abtreten und sie Ihm bedingungslos überlassen, damit Er uns davon befreien kann. Diese Aussage des Paulus klingt zwar auf den ersten Blick sehr gesetzlich, ist aber eigentlich die schönste Möglichkeit, tiefen Frieden und Glück zu bekommen. Der Sieg über das Ich beginnt in unseren Gedanken und erfasst auf göttliche Weise auch unsere Gefühle. Und Gott gibt uns sogar Seine Garantie darauf! Im Psalm 40,17 lesen wir: „Es sollen fröhlich sein und sich freuen in dir alle, die dich suchen.“ ErfahrungErinnert ihr euch noch an die Begebenheit, die ich euch anfangs geschildert habe? Meine depressive Stimmung widersprach ganz klar den vielen Versprechen, die Gott uns gegeben hatte. Und in der Stille sprach Gott zu meinen Gedanken und warb um mein Herz. Und da ich mich nach Frieden sehnte, entschied ich, mich unter keinen Umständen von diesen Emotionen beherrschen zu lassen. Auch wenn Gott noch so weit weg schien, sagt Sein Wort, dass Er mich nie verlässt und mir absolut nahe ist. Und das wollte ich glauben, einfach glauben – auch wenn ich es nicht fühlen konnte. Nun, die Frühstücksvorbereitungen begannen. Ich wollte Brot decken. Da hatte ich plötzlich einen ungewöhnlichen Eindruck. „Wie wäre es, wenn du für deine Familie einen Milchreis kochst?“ „Nun, das kann ich machen“, dachte ich, „Milchreis und viel frisches Obst sind auch ein gutes Frühstück. Und die Kinder werden sich freuen.“ Also öffnete ich den Vorratsschrank, um Reis und Rosinen zu holen. Dabei war sie auf einmal wieder da, diese „Stimme“, und beeindruckte meine Gedanken: „Schau mal, du hast ja noch so viel getrocknete Blaubeeren aus dem Wald. Nimm heute einfach mal weniger Rosinen, dafür reichlich von diesen Blaubeeren.“ „Blaubeeren im Milchreis? Das habe ich ja noch nie gemacht! Na gut, warum nicht. Sie sind zwar ein fiebersenkendes, bakterientötendes Mittel, welches reichlich Vitamin C enthält und auch bei Darmleiden aller Art angewandt werden, aber man kann sie auch mal einfach so genießen.“ Im Wasser kochte der Reis. Ich musste nur noch etwas Sojamilch und gemahlene Nüsse dazufügen, dann wäre alles fertig. „Dani, koch den Reis heute mal sehr weich! Es wird euch gut tun.“ „Nanu, ist Gott etwa da und möchte mich führen?“ Bis jetzt hatte ich Ihn nicht einmal bewusst wahrgenommen, sondern gewohnheitsmäßig gehorcht. Nun schlug mein Herz gleich schneller in dem Wissen, dass Er mich führt. Da wollte ich auf jeden Fall gut kooperieren. „Was hatte Er gesagt? Was sollte ich tun? Aha, den Reis sehr weich kochen.“ Nun klingt sehr weicher Reis wie Reisschleim, und das ist eine Durchfalldiät. Reisschleim – heute Morgen? Ich wurde skeptisch. Doch ich wollte ja gehorchen. „Na ja“, dachte ich, „ich kann unseren Milchreis durchaus mal sehr weich kochen.“ Das Essen war gerade fertig, da kam meine Familie die Treppe herunter. „Mama, heute ist was los!“ begrüßte mich Samuel. „Nathanael hat Fieber und ist ganz, ganz schwach. Papa musste ihm beim Anziehen helfen, und jetzt liegt er auf dem Sofa.“ „O, das ist ja nicht schön! Hat Nathanael denn schon getrunken?“ fragte ich. „Ja, ganz viel“, antwortete Simeon sofort. Dann musste er kräftig husten. „Und ich habe Halsschmerzen, Mami“, erzählte er wehleidig weiter. Nachdem ich alle begrüßt hatte, wusste ich, dass sie alle angeschlagen waren: Fieber, Halsschmerzen und/oder Durchfall. Da ging mir ein Licht auf. Mein Gott war mir tatsächlich sehr nahe gewesen. Ich hatte Ihn nicht gespürt, ich hatte nichts gefühlt. Doch Er hat mich Schritt für Schritt angeleitet, ein Diätfrühstück für die gesamte Familie mit den unterschiedlichsten Leiden zuzubereiten, bevor ich auch nur etwas davon ahnte. War Gott nicht gut zu uns? Auf jeden Fall besser als Gefühle, auf die kein Verlass ist. ZusammenfassungSeht ihr, genau wie bei Josua entsprachen meine Gefühle nicht der Wahrheit. Nun weiß ich zwar immer noch nicht, warum es manchmal einfach so ist, dass man zwar die Nähe Gottes sucht und sich danach sehnt, sie aber einfach nicht spürbar ist. Und dennoch habe ich gelernt, dass ich darüber nicht verzweifeln muss. Wenn ich mich Gott völlig öffne und zur Verfügung stelle und mit Ihm kooperiere, wird Er für mich den Sieg erringen. Auch auf unsere Gedanken- und Gefühlswelt ist der Text in Jakobus 4,7 anzuwenden: „So unterwerft euch nun Gott! Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch; naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch!“ Satan mag dich einschüchtern, deine verdorbenen Gefühle und Regungen aufwühlen, aber er kann dich nicht zwingen, seinen Lügen zu glauben! Es liegt bei uns zu entscheiden, worauf wir uns einlassen wollen. Wenn wir Gott beim Wort nehmen, statt Satans verlogenen Gedanken zu glauben, werden wir siegen! Es beginnt im Kopf! Wir können glauben, dass Gottes Wille richtig und optimal ist, und entscheiden, unsere Gedanken und Launen, Gefühle und Sehnsüchte diesem Willen zu unterstellen. Erst dann kann unser Verhalten sich ändern. Gott sehnt Sich danach, uns zu erlösen und zu befreien, aber Er kann es nur, wenn wir kapitulieren und Ihm die Oberhoheit übergeben. Der nächste Schritt ist zu tun, was immer Er sagt, egal wie simpel oder sinnlos es erscheint. Dann wird Seine erlösende Liebe in unsere Gewohnheiten, Neigungen und Gefühle Einzug halten und sie verwandeln. Dann werden wir glückliche Kinder Gottes sein. Das wünsche ich uns. Merkverse„Heilige sie in der Wahrheit! Dein Wort ist die Wahrheit.“ Johannes 17,17 „…und nehmen gefangen alles Denken in den Gehorsam gegen Christus.“ 2.Korinther 10,5 |
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