Ein folgenschwerer BauDie Flut war vorbei, die Vegetation erholte sich. Anfangs wohnte Noahs Familie in den Tälern und Bergen des Ararats (im heutigen Armenien), wo sie die Arche verließen. Familienzuwachs stellte sich ein und rasch wuchs die Menschheit wieder heran. Gemäß dem göttlichen Auftrag verließen immer wieder Familien das Gebirge, breiteten sich über die Erde aus und besiedelten sie. Doch nicht alle hatten solch ein gottesfürchtiges Herz wie ihr Stammvater Noah. Obwohl die Augenzeugen der Flut noch lange lebten und sich um das Wohl und einen gottgefälligen Lebenswandel der Menschen mühten, nahm die Sündhaftigkeit sehr schnell überhand, besonders in der Familie Hams. Gott und seine Weisungen wurden bald nicht mehr von allen Menschen respektiert, dafür begann man neue Götter zu erfinden und zu verehren. Ein gewaltiges VorhabenEin Ereignis aus dieser Zeit ist in die Geschichte eingegangen. Wir können es in 1.Mose 11,1-9 nachlesen. Als man sich weiter nach Osten hin ausbreitete, kam man in die große weite Ebene Sinear am Ufer des Euphrats. Dieses schöne und fruchtbare Land lud zum Ansiedeln ein, darum entschieden sich die Menschen zu bleiben. Ihr Anführer war Nimrod, ein Enkel Hams. Die Bibel beschreibt ihn als einen mächtigen Gewalthaber und vortrefflichen Jäger. Er baute im Laufe seines Lebens viele namhafte Städte und gründete ein riesiges Königreich (1.Mose 10,8-12). Er war tatsächlich eine große Persönlichkeit, allerdings nicht gottesfürchtig. Hier in der Ebene am Euphrat begann seine Kariere. Er plante mit seinem Volk, eine feste Stadt und einen Turm von solch gewaltiger Höhe zu bauen, dass er die Bewunderung der ganzen Welt erregen sollte. Der eigentliche Sinn des ganzen Unternehmens war, durch diese Stadt kleine, verstreute Ansiedlungen in ihrem Volk zu vermeiden. Obwohl Gott geboten hatte, sich über die ganze Erde auszubreiten und sie zu besiedeln, entschlossen sich die Menschen, zusammen zu bleiben und ein Reich zu gründen. Der gigantische, bis in den Himmel reichende Turm sollte die Macht und Weisheit der Erbauer anschaulich und ergreifend demonstrieren. All die anderen Völker sollten ihre Macht anerkennen und sich ihnen beugen. So würde ihr Reich wachsen und schließlich die ganze Erde umfassen. Ihre Stadt sollte zugleich der Mittelpunkt dieses Weltreiches und einer neuen Religion werden. Möglicherweise hatten sie bei diesem Plan auch ihre eigene Sicherheit im Auge. Wenn es schon einen Gott gäbe, an seine Versprechen glaubten sie schon lange nicht mehr. Die Bibel äußert sich darüber nicht genau, aber es ist sehr naheliegend, dass sie im Falle einer erneuten Flut in den Turm zu flüchten gedachten und damit Gott ein Schnäppchen spielen konnten. Möglicherweise versuchten sie auch den Ursachen der Sintflut auf den Grund zu gehen, wenn sie in ihrem Turm erst einmal bis in die Wolken zu Gott aufsteigen könnten. Wie auch immer, der Plan wurde umgesetzt und der bedeutende Bau begann. Unbezwingbare SchwierigkeitenDer Bau dieser Hauptstadt und seines Turmes war schon beträchtlich vorangeschritten. Alles lief glatt – bis Gott, humorvoll ausgedrückt, aus dem Himmel herunterstieg, um den Bau zu besichtigen. Eine großartige Leistung haben die Menschen vollbracht, doch Gott konnte sie nicht loben. Er kannte ihre Motive und Beweggründe und wusste, dass das erst der Anfang ihres Tuns sei. Fortan würden sie nichts, ja wirklich nichts scheuen, um ihre selbstsüchtigen Pläne durchzusetzen. Damit nun das Ganze nicht im Chaos enden würde, musste Gott wieder einmal eingreifen – aus Liebe zur Menschheit. Zwar glich es erst einmal einem perfekten Chaos, als kaum jemand mehr den anderen verstand, doch die Auswirkungen waren verblüffend. Der Bau wurde abgebrochen, die Menschen, die sich jeweils untereinander verstanden, fanden sich in kleineren Gruppen zusammen und zogen wieder weiter. Kaum dass sie es selbst bemerkten, erfüllten sie den göttlichen Plan, breiteten sich aus und besiedelten unbetretene Gebiete. Der Traum von einem gegen Gott rebellierendem Weltreich war zerstört. Und so manch einer muss sich gefragt haben, ob es nicht tatsächlich einen großen Gott gibt, der über allem steht und die Weltgeschichte lenkt. Anders konnte man sich das Sprachengewirr nicht beschreiben. Übrig blieben ein unvollendeter Turm und eine kaum bewohnte Stadt. Dieser Ort wurde treffend Babel genannt. Das heißt „Pforte zum Himmel“, aber auch gleichzeitig „Verwirrung“. Erst viel später wurde aus Babel das Reich Babylon. Gott korrigiertÜberall dort, wo Menschen ihre eigenen Wege gehen, schaut Gott lange zu, aber nicht endlos. Hier und da greift er korrigierend ein. Und das nicht unbedingt, um zu strafen, sondern um uns wieder auf den rechten Weg zu bringen. Ja, Gott meint es gut mit uns, er liebt uns herzlich, selbst wenn wir ihn nicht wahrhaben wollen. Als wir über dieses Thema nachdachten, ist uns eine Begebenheit eingefallen, in der wir solch eine Korrektur selbst erlebt haben. Daniela wird sie uns erzählen: Ich war gerade aus der Schule raus, hatte das Abitur in der Tasche und begann meine Ausbildung. Das Leben war schön, es gab keine Probleme und ich genoss das Arbeitsleben. Ich hatte gute Pläne und Wünsche. Natürlich habe ich Gott bei der Berufswahl gefragt und bin seiner Führung gefolgt. Doch es gab ein anderes Thema, welches lieber nicht angesprochen werden durfte. Das war die Liebe. Damit hatte ich noch Zeit und wollte mich einfach von meinem Heiland führen lassen. So vorbildlich diese Einstellung auch war, wollte ich eigentlich unter keinen Umständen, dass Gott dieses Thema auch nur vorsichtig in meinem Leben ansprach. Von Natur aus naiv, konnte ich diese Fingerzeige immer wieder rasch vergessen und für mich ungeschehen machen – bis es nach fast zwei Jahren so deutlich war, dass ich nur zu genau wusste: Jemand liebt mich! Darüber war ich nicht gerade begeistert und gab es ihm auch zu verstehen. Es war schon ein komisches Gefühl, von jemandem geliebt zu werden, den man niemals heiraten will. Doch statt nun ehrlichen Herzens mit meinem Heiland über dieses Thema zu sprechen, legte ich mich aufs Bett und weinte. Tatsächlich brach hier meine ganze kleine Welt zusammen, nur weil ich nicht schon eher zugelassen habe, über dieses Thema nachzudenken. Nicht einmal jetzt wollte ich innezuhalten und Rat bei meinem Heiland zu suchen, sondern hegte Vorwürfe und versuchte, mein Leben wieder zu ordnen – ohne diese Tatsache mit einzubeziehen. Oberflächlich gesehen ging das auch eine Zeitlang recht gut. Aber es belastete mich, Sebastian durch meine Hartherzigkeit ständig zu verletzen. Tief versteckt liebte ich ihn ja doch ein wenig. Und er litt gewaltig darunter, auch wenn er es mir nicht zeigen wollte. So wuchs in mir der Berg von Schuldgefühlen, und eigentlich brauchte ich mich nicht zu wundern, als mir einige Monate später die Sprache weg blieb. Ja, ich wurde krank. Anfangs fand ich es gar nicht so schlimm, keine Stimme mehr zu haben. Doch als die Wochen und Monate vergingen und mein Zustand sich langsam, aber stetig verschlechterte, fand ich das gar nicht mehr lustig. Im Gegenteil, ich litt mächtig darunter. Die Schmerzen waren belastend, mit der Zeit hatte ich oft Fieber und fühlte mich so richtig elend und schwach. Meine Ausbildung zur Erzieherin stand auf dem Spiel, da man ohne Stimme wahrlich nicht arbeiten kann und ich in den letzten Monaten höchst selten die Berufsschule besucht hatte. Es war eine schwierige Zeit. Doch das Schwierigste war, dass niemand wusste, warum es mir so schlecht ging. Nicht einmal ich konnte mir denken, was der Grund zu solch einer Krankheit war. Ich konnte beten und beten – Gott ließ sich viel Zeit. Im Nachhinein erkenne ich, dass er mich nicht unnötig leiden ließ, dazu liebte er mich zu sehr. Doch er wusste in seiner Weisheit genau, wann mein stolzes Herz bereit war, den großen Eigenwillen überhaupt zu erkennen und, falls nötig, meine Wünsche und Pläne aufzugeben und seinen Plänen zu folgen. Und er wusste, wie er erreichen konnte, dass ich wieder ein offenes Ohr und ein offenes Herz für ihn hatte. Nein, Gott stellte mich nie unter Druck, er führte mich nur an den Punkt, wo ich endlich bereit war, offen mit ihm zu reden. Unverblümt machte er mir nun deutlich, dass ein halber Christ ein ganzer Unsinn sei. Dennoch ging er so behutsam vor, dass er das Thema Partnerwahl nicht direkt ansprach, ich aber plötzlich sehr deutlich wusste, wo ich Gott bisher kein Mitspracherecht eingeräumt hatte. Unter Tränen entschied ich mich, auch diesen Punkt freizugeben und mich nun wirklich von ihm führen zu lassen. War es nicht liebevoll von meinem Heiland, gerade in dieser Situation so deutlich in mein Leben einzugreifen und mich um völliges Vertrauen zu bitten? Er kannte meine Sorgen und Lasten nur zu gut, die ich damals nicht einmal selber richtig begreifen konnte. Er wollte mich davon befreien und glücklich machen. Das war sein einziges Ziel mit mir. Leider verstand ich das damals noch nicht in dieser Weise. Aber, Gott sei gedankt, irgendwie wirkte er in meinem Herzen und ich entschied mich für das Richtige. Nun, es geschah nichts Außergewöhnliches. Der Alltag ging weiter, doch die Last wurde zunehmend leichter. Ich brauchte mir um die ganze Liebesangelegenheit keine Gedanken mehr zu machen. Es war schon tröstlich zu wissen, dass ich mich nicht mehr entscheiden und alles deichseln muss, sondern dass ich mich bereits entschieden habe, indem ich Gott absolut gehorchen wolle. Er würde alles richtig machen. So konnte ich in ihm ruhen, und siehe da, meine Stimme kam so langsam wieder. Es dauerte zwar noch ein halbes Jahr, bis ich richtig geheilt war, aber ich konnte wieder hoffen. Ähnelt diese Geschichte nicht der Begebenheit von dem folgenschweren Bau? Diese Krankheit, die erst wie ein Schicksalsschlag aussah, war solch ein korrigierendes Eingreifen unseres großen Gottes. Gerade weil er uns beide liebte, griff er so drastisch in Danielas Leben ein. Und was geschah? Wie die Menschen damals, erfüllte auch Daniela wieder den göttlichen Plan. Und heute sind wir beide glücklich darüber! Ab und zu kommt es vor, dass wir darüber nachdenken, was gewesen wäre, wenn Gott nicht eingegriffen hätte. Unser Leben wäre ganz anders verlaufen. Heute sind wir dankbar für diese Korrektur, auch wenn es damals hart und schmerzhaft war. Und wenn Gott nur zuschaut?Sobald Gott in unser Leben korrigierend eingreift, finden wir Menschen diese Situationen in den allerwenigsten Fällen angenehm. Wenn wir allerdings an die ganze Ungerechtigkeit dieser Tage denken, sehnen wir uns danach, dass Gott hier und da eingreifen würde. Man fragt sich, warum Gott so lange zuschaut. Oft sieht man darin den Hinweis, dass es unmöglich einen liebenden Gott geben kann, einen Gott voller Liebe und Mitgefühl, voller Güte, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Und dennoch existiert er. Wie kann man sich das erklären? Zugegeben, Gottes Handeln lässt sich schwer erfassen und begreifen, erst recht, wenn man bisher Gott kaum kennen gelernt hat. Vielleicht hilft es uns aber, wenn wir ehrlich über einige Fragen nachdenken: Gefällt es Ihnen, wenn Sie korrigiert werden? Gefällt es Ihnen, wenn Sie von jemandem korrigiert werden, den Sie nicht akzeptieren oder nicht leiden können? Möchten Sie oft von solch einer Person korrigiert werden? Würde es Ihnen gefallen, wenn Gott sich in Ihr Leben mischen würde, Ihnen reinreden, Sie zurechtweisen oder gar strafen würde? Finden Sie das nicht aufdringlich, wenn Gott sich immer und immer wieder bemerkbar machen würde? Sie verstehen schon. Sie würden sich solch ein Verhalten nicht wünschen, darum handelt Gott auch nicht so – weder bei Ihnen noch bei anderen, und wenn sie noch so ungerecht, böse und gefährlich wären. Sicher, es schmerzt unseren Gott, dieses Chaos und all das Leid auf unserer Erde zu sehen. Doch er drängt sich nicht auf, am allerwenigsten bei denen, die ihn konsequent ablehnen. Aber er behält alles im Griff, er lässt dem Bösen nur einen gewissen Spielraum. Letztendlich muss es sich für alle Welten deutlich zeigen, wohin Rebellion gegen Gott führt. Oft vergessen wir die Tatsache, dass dahinter Satan steckt, der die Menschen zu den grausamsten Sachen verführt. Doch inmitten all der Katastrophen, des Terrors und des Leides ist Gott für den Einzelnen und Betroffenen helfend und tröstend da. Als ein ganz persönlicher Gott wirbt er um Vertrauen. Obwohl die gesamte Menschheit rechtsmäßig Jesus gehört, weil er sie zum einen geschaffen und zum anderen die Erlösung für sie bewirkt hat, macht er seinen Anspruch auf jeden einzelnen von uns nie in solch aufdringlicher Weise deutlich. Gott ist sehr höflich, er zwingt sich nicht auf, er überlässt die Entscheidung uns. Gott ist immer da und behält den Überblick über alle Menschen – auch über die Ungläubigen. Gerade auch sie liebt er von Herzen; so tritt er nur hin und wieder deutlich merkbar in ihr Leben, regt zum Nachdenken an und wirbt um Gegenliebe. Kaum ein Mensch würde so handeln. Wir würden im Allgemeinen von unseren Rechten Gebrauch machen. Doch Gott, der alle Macht besitzt, verzichtet freiwillig auf Besitzansprüche, damit wir ihn aus freiem Herzen lieben können. Oder würde es Ihnen gefallen, wenn er Sie zwingen würde, an ihn zu glauben, ihm zu vertrauen und zu lieben und ihm auch noch zu gehorchen? Wie lieb hat er uns doch! Er schenkt uns die freie Entscheidung – mit dem Risiko, dass es Kummer und Leid gibt, solange sich Menschen gegen ihn entscheiden. Korrekturmaßnahmen für ChristenGehen wir gedanklich noch einmal zu den Fragen zurück, die wir uns gestellt haben. Wir wollen sie nun von einem anderen Blickpunkt her betrachten: Schätzen Sie Hinweise und Ratschläge? Schätzen Sie aufbauende Kritik? Was würden Sie tun, wenn Sie einen wertvollen lieben Freund hätten, der Ihnen etwas überlegen ist? Sie würden sich sicherlich gern von ihm beraten lassen. Und wie würden Sie empfinden, wenn er Ihnen ganz unvermittelt einen Hinweis oder Denkanstoß gibt, der Ihr bisheriges Denken und Planen als beschränkt oder falsch darstellt? Solange Sie diesen Menschen lieben, werden Sie keine Probleme damit haben, sondern dankbar für diese Korrektur sein, weil diese Sie vor Schaden oder Misserfolg bewahrt hat. So ist das auch mit Gott. Je mehr wir ihn lieben und achten, um so mehr wird er uns beraten oder auf bestimmte Dinge aufmerksam machen. Und das stört uns nicht, im Gegenteil, wir schätzen diese Hinweise und gegebenenfalls auch die Kritik. Nun kann es aber trotzdem vorkommen, dass wir in bestimmten Angelegenheiten beratungsresistent sind und unseren eigenen Willen durchsetzen möchten, wie in dem Beispiel von Daniela. Dann kommt es, wenn es für unser Leben von Bedeutung ist, nach einiger Zeit zu härteren Korrekturmaßnahmen. Diese lassen uns zwar erst einmal aufhorchen und wecken uns aus dem Alltagstrott, sind aber immer persönlich auf uns zugeschnitten und nicht zu schwer zu ertragen. Denn selbst in den Korrekturen kann man Gottes Liebe spüren, die ja sein Beweggrund war. Und wenn man seine Liebe nicht schon während der Erziehungsmaßnahme spürt, dann auf jeden Fall hinterher. Großer Gott, ich möchte dich verstehenGroßer Gott, ich weiß bis jetzt nur sehr wenig über dich. Ich kenne dich noch nicht richtig. Ja, es fällt mir schwer, dein Wesen und Handeln zu begreifen. Am allerwenigsten kann ich deine Liebe und Güte in all den Katastrophen, Unglücken und Kriegen sehen. Auf der anderen Seite erstaunt es mich, dass du wirklich jeden Menschen liebst, ganz gleich, ob es fromme Kirchengänger, Ungläubige oder sogar Terroristen sind. Du liebst auch mich, egal wie ich zu dir stehe. Das muss ich erst einmal verdauen. Aber ich finde es angenehm, dass du mich dennoch nicht unter Druck setzt und dazu zwingst, dich auch anzuerkennen und zu lieben. Gut, dass du mir immer die Entscheidungsfreiheit lässt und dich nicht dauernd in meine Angelegenheiten einmischst. Großer Gott, manchmal beschleichen mich die Fragen, ob es dich tatsächlich gibt, ob du auch heute noch lebst und ob es dir wirklich auch an mir gelegen ist. Vielleicht gibst du dich mir zu erkennen. Und falls du auch in meinem Leben korrigierend eingreifen möchtest, dann sei bitte nicht zu hart zu mir. Lass mich dich als liebenden Gott erkennen. Danke, dass ich dir das so frei sagen kann. Ja, eigentlich weiß ich, dass ich nichts zu befürchten habe, da du meine Bedürfnisse und Umstände, ja sogar meine Psyche kennst und mir nichts Böses tun willst. Und so geht es weiterDurch die Begebenheit in Babel entstanden viele Völker unterschiedlichster Sprachen. Sie bevölkerten die Erde, bauten Siedlungen und feste Städte. Etwa 250 Kilometer südöstlich von Babel lag die große Stadt Ur in Chaldäa, gegründet um 2150 vor Christus. In dieser Stadt wurden Sonne und Mond als Gottheiten verehrt und angebetet. Außerdem fand man Faszination in der Esoterik. Und hinter allen Zahlensymbolen stand der Name jenes „Geheimnisvollen“, der nach der Überlieferung der Alten im Himmel ungerecht behandelt worden war. Die Menschen lebten erstaunlich zivilisiert, hatten allen erdenklichen Luxus, waren aber völlig verdorben durch die zum Teil abartigen Bräuche ihrer Religion. Nur äußerst wenige verehrten neben all den Göttern auch den wahren Gott. Vielleicht haben Sie schon einmal die Bezeichnung „Vater Abraham“ gehört. Was es mit diesem Abraham auf sich hat, erfahren wir im nächsten Heft. ZusammenfassungSchon bald nach der großen Flut ignorierten die Menschen wieder Gott. Sie erfanden sich Götter nach ihren eigenen Vorstellungen und Wünschen. Besonders schlimm war es in der Familie Hams. Ihr rebellischer Charakter offenbarte sich in dem Bau der Hauptstadt und des gigantischen Turmes. Doch Gott kannte ihre Motive und wusste auch um die Folgen. Darum lächelte er zwar über ihren Eifer, musste aber korrigierend eingreifen und dem Bau ein Ende setzen. Durch die Sprachverwirrung entstanden viele Völker mit den unterschiedlichsten Sprachen und Dialekten, die sich nun über die ganze Erde zerstreuten. Diese Begebenheit war eine Korrekturmaßnahme. Solche Maßnahmen geschehen immer auf der Grundlage der Liebe. Sie sind auf unsere persönlichen Umstände zugeschnitten und so gestaltet, dass wir sie ertragen können. |
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