Wo ist Simeon?

Es war im Februar. Unsere Oma war zu Besuch bei uns. Tante Stephanie mit ihren Jungs und Tante Andrea waren auch da. Nachdem wir Mittag gegessen hatten, wollten wir rausgehen. Es waren schon fast alle draußen, als ich Simeon die Schuhe zuband. Da rief Tante Andrea nach der Oma, sie solle sich beeilen, die anderen seien schon bald unterwegs. Das hörte mein Simeon, und er konnte es kaum abwarten, bis ich seine Schuhe zugebunden hatte. Und schon rannte er davon.

Ich machte mich fertig und ging auch raus. Der Spaziergang konnte beginnen. Doch wo waren Oma und Simeon? Wir suchten überall nach ihnen, sie waren einfach nicht zu sehen. Nach einer ganzen Weile sahen wir sie Hand in Hand die Einfahrt entlang auf unser Haus zulaufen. Warum sind sie schon losgelaufen und kommen nun wieder zurück? Wir liefen ihnen entgegen und erfuhren, was inzwischen geschehen war:

Als unsere Oma ein wenig später als Simeon aus dem Haus kam, konnte sie die anderen nicht sehen, da sie hinten im Garten waren. Als sie sich umschaute, sah sie Simeon, der laut nach seiner Mama rufend die Einfahrt entlang in den Wald rannte. Sofort rannte Oma hinterher, sie befürchtete, dass er den Weg über die Bahnschienen nehmen würde. So oft Oma ihn rief, er hörte sie nicht, sondern rannte und stolperte seines Weges durch den Wald. Er weinte laut nach mir, aber ich hatte ihm doch eben erst die Schuhe zugebunden und konnte doch unmöglich ohne ihn spazieren gegangen sein. Nun ja, er kann manchmal noch nicht logisch denken.

Als Tante Andrea vorhin die Oma rief, hatte ihn die Angst gepackt, die anderen könnten ohne ihn spazieren gehen. Darum hatte er es so eilig und rannte davon. Und da er niemanden gleich im Hof sah, rannte er so schnell er konnte den Weg in den Wald. Doch auch hier konnte er weit und breit niemanden sehen, darum bekam er Panik. So schnell unsere 53-jährige Oma auch hinter ihm her rannte, sie konnte ihn kaum einholen. Zum Glück ging er nicht zu den Schienen, sondern schlug seinen Weg in die andere Richtung ein. Bald war er erschöpft und verlangsamte sein Tempo. So konnte ihn Oma trösten und wieder nach Hause führen.

Wie gut, dass unser himmlischer Vater alle Dinge lenkt. Er sieht Simeon von Panik und Angst erfüllt in den Wald rennen, lenkt seine Schritte von Gefahren weg und lässt unsere liebe Oma zur rechten Zeit aus dem Haus gehen, damit sie ihn sehen und zurückbringen kann. Großer Gott, wie gut bist du! Danke!