StreicheleinheitenPapi saß auf dem Sessel und kuschelte mit unserem Jüngsten. Nathanael ließ sich so richtig fallen und genoss die Streicheleinheiten. Wie herrlich war das doch! Bald kamen auch die anderen Kinder und wollten gestreichelt werden. Verständlicherweise lieben sie solche Kuschelzeiten. So nahm sich Papa für jeden Zeit und zeigte ihnen auf diese Weise, wie lieb er sie hat. Doch er konnte nicht alle drei auf einmal streicheln. Er widmete sich immer nur einem, die anderen mussten warten oder in der Zwischenzeit spielen. Unserem Samuel wurde die Wartezeit etwas zu lang. Er stellte sich neben den Sessel und begann sich selbst zu streicheln. Wie zart machte er es doch! Er zog seinen Pullover hoch und streichelte seinen Bauch und die Arme, dann auch noch das Gesicht. Nach einem Weilchen hielt er inne und fragte, was er falsch mache, es klappe einfach nicht. „Was klappt denn nicht?“ wollte Papi wissen. „Na das Streicheln; es ist gar nicht so schön, wie wenn du mich streichelst.“ war die Antwort. Da huschte ein Lächeln über unser Gesicht. „Ja, weißt du, es ist nie richtig schön, wenn man sich selbst streichelt“, erklärte Papa nun. „So richtig schön ist es nur, wenn man gestreichelt wird oder andere streichelt. Das hat sich Gott so ausgedacht. Streicheleinheiten sind ein Geschenk, welches man annehmen und weitergeben kann. Man empfindet jedoch kaum Freude, wenn man es für sich selbst verwendet. Auch Mami und Papi schaffen es nicht, es schön zu finden, wenn wir uns selbst streicheln würden.“
Diese kleine Episode bewegte mich noch lange und ich begann, darüber nachzudenken. Da stellt unser Vierjähriger fest, dass es nicht erfüllend und schön ist, wenn man sich selbst streichelt. Er hält inne und fragt sich, warum. Halten wir doch auch einmal inne und denken über unser Leben nach! Ist es so richtig schön und erfüllend? Sind wir glücklich und zufrieden? Fühlen wir uns so richtig wohl, wie ein kleines Kind im Arm des Vaters? Wir mögen vielleicht denken, das sei nur Kindern gegönnt, die naiv und frei von Sorgen sein können. Doch wenn wir Sehnsucht nach solch einem Leben haben, dann lassen Sie uns nicht vergessen: erst wenn wir uns vertrauensvoll in die Arme eines Größeren fallen lassen, in die Arme unseres Heilandes, dann werden wir wirklich glücklich werden. Unser Recht auf Selbstbestimmung dürfen wir in die Hände des weisen und alles lenkenden Gott legen und in seinen Armen ruhen. Dort, und nur dort, werden wir Erfüllung und Glück finden. Reich beschenkt können wir dann anderen weitergeben, was unser eigenes Glück vermehrt. Wenn wir wieder einmal in Gefahr stehen, unser Leben selbst in die Hand zu nehmen, dann lassen Sie uns an die Worte des sich selbst streichelnden Samuels denken: „Es ist gar nicht so schön, wie wenn du mich streichelst.“ |
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