In freudiger Erwartung

Die Freude war groß, als sich Besuch ankündigte. Unsere Kinder hüpften richtig herum und fingen gleich von dem an zu erzählen, was sie schon alles mit dieser befreundeten Familie erlebt hatten. Alte Erinnerungen wurden wach, und die Vorfreude wuchs. Und dann dauerte es gar nicht lange, bis sie sich Besen und Schaufel holten, eifrig und voller Freude schön das Haus fegten und sogar wischten. Dabei überlegten sie sich schon, was wir alles Leckeres die nächsten Tage essen könnten, wenn unsere Freunde hier sind, und stellten ein richtiges Festessen zusammen. Dann gab es natürlich auch in der Küche einiges vorzubereiten! Doch niemand empfand das mühevoll und anstrengend. Als alle Arbeit getan war, schien unser Häuschen irgendwie immer noch nicht hübsch genug für den erwarteten Gast zu sein. So pflückten wir frische Blumen und schmückten unser Tor mit Luftballons. Die Kinder räumten draußen sogar ihr Spielhäuschen leer, damit der große Schäferhund unseres Gastes ein hübsches Plätzchen finden konnte.

Nun war alles bereit und wirkte tatsächlich richtig einladend. So toll haben wir, glaub ich, noch nie einen Gast empfangen! Es war eben ein ganz besonderer Gast! Die erwartete Zeit rückte heran, doch der Besuch kam noch nicht. Aus dem „kurz nach dem Mittag“ wurde Nachmittag, später Nachmittag und sogar schon Abend. Dann wurde es dunkel und den Kindern fielen fast die Augen zu. Vor lauter Aufregung konnten sie ja keinen Mittagsschlaf machen. Immer noch erwartungsvoll schliefen sie bald ein, denn sie meinten, sie würden selbst im Schlaf hören, wenn das Auto kommt.

Wir Eltern warteten weiter, aber auch wir kämpften mit der Müdigkeit. Erst sehr spät in der Nacht kam dann unser Besuch endlich an. Plötzlich war all unsere Müdigkeit vergessen, wir strahlten vor Freude und konnten unsere Gäste herzlich empfangen. Wie schön war doch dieses Wiedersehen! Und alles war bestens vorbereitet.

Wir saßen noch ein Weilchen zusammen und plauderten. Mitternacht war längst vorüber. Da mussten wir unwillkürlich an die biblische Erzählung von den zehn Brautmädchen denken, die den lange ausbleibenden Bräutigam erwarteten. Da er sich aber sehr verspätete, schliefen sie ein. Als um Mitternacht der Ruf ertönte, dass der Bräutigam nun komme, wachten alle auf. Schnell musste noch etwas Öl in ihre Lampen gefüllt werden, und dann konnten sie ihm entgegengehen. Doch fünf von ihnen mussten erschreckt feststellen, dass sie gar kein Öl dabei hatten. Leider konnten ihre Freundinnen ihnen nichts mehr abgeben, so dass sie erst zum Krämer rennen mussten, um Öl zu bekommen. Irgendwie haben sie es geschafft, zu dieser Nachtstunde ihren wichtigen Einkauf zu tätigen, doch der Brautzug war indessen vorüber. Sie liefen zum Hochzeitssaal, klopften an die Tür und baten um Einlass. Doch es war zu spät!

Vielleicht kennen Sie die Geschichte? Berührt sie Sie? Denken wir einmal über folgendes nach; vielleicht können wir uns sogar ein wenig, so gut es unser Menschenverstand zulässt, in Jesus Christus, den Sohn Gottes, hineinversetzen: Jesus hat unseren Planeten kunstvoll und einzigartig schön geschaffen. Eigenhändig formte er Menschen – Lebewesen, die er innigst liebte, die ihm so ähnlich waren und mit denen er besonders vertraut sein wollte. Doch die Sünde zerstörte diese ungetrübte, ewige Gemeinschaft. Immer noch liebend, wohnte unser Heiland vor ca. 4000 Jahren mitten unter seinen Geschöpfen. Er wollte die Sünde besiegen und einen Weg zu himmlischer Gemeinschaft bahnen. Er warb um Vertrauen, aber er wurde abgelehnt. Nur Einzelne nahmen ihn auf. Trotz allem brach Jesus seine Mission nicht einfach ab, sondern ermöglichte uns Heilung von unseren Sünden. Daran erinnert Ostern.

Bevor nun Jesus sein Erdenleben beendete, kündigte er an, dass er diesen Planeten bald wieder besuchen werde. Er hat unbeschreibliche Sehnsucht nach seinen Geschöpfen, er hat Sehnsucht nach Ihnen – gerade so wie ein Bräutigam nach seiner Braut. Er möchte Sie zu sich nach Hause holen. Berührt Sie dieser Gedanke? Löst die Ankündigung seines Kommens in Ihnen solche Vorfreude aus, wie in der eben geschilderten Erzählung von unseren kleinen Jungs? Beflügelt Sie diese Freude im Alltag und hilft über Leiden und Schwierigkeiten, Enttäuschungen und Stress? Oder wissen Sie damit nichts anzufangen? Empfinden Sie es vielleicht bedrohlich? Oder lächeln Sie darüber und schieben es leichtfertig zur Seite?

Es tut gut, darüber nachzudenken, welche Sehnsucht Jesus nach uns hat. Er möchte mit uns die Ewigkeit verbringen und keines, wirklich keines seiner Geschöpfe vermissen. Er liebt Sie. Nun, es erübrigt sich fast zu sagen, dass dieser Empfang auch unsererseits gut vorbereitet sein will.